Umbau des Kurparks sorgt im Marktrat für Diskussionen
Förster bringt Licht ins Dunkel

Totholz, Käferholz und sicherlich auf im Wege stehendes gesundes Holz fiel beim Harvester-Einsatz Ende Januar im Kurpark an. Die Wanderwege wurden dabei arg in Mitleidenschaft gezogen. Mit dem Erlös aus dem Verkauf des Holzes können wenigstens die ärgsten Schäden behoben werden. Bild: gi
Politik
Moosbach
06.02.2016
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Seit Monaten erhitzt der geplante Umbau des Kurparks Moosbach in einen Generationenpark die Gemüter. In der Marktratssitzung, zur der viele Zuhörer gekommen waren, trat erstmals ein Forstmann auf, der für Klarheit sorgte.

Die Gegner wollen möglichst wenig Eingriffe, vor allem in den Fichtenbestand. Die Befürworter wollen eine forstgemäße Bewirtschaftung sowie zeitgemäße Änderungen, Reparaturen und Pflege mit Blick auf die Verkehrssicherheit.

Gesetzliche Verpflichtung


Förster Andreas Eiser von der WBV Eslarn-Vohenstrauß sprach in der Sitzung am Dienstag fachliche und rechtliche Dinge an. Bereits 2007 wurden vom Forstamt verlangte Arbeiten im Kurpark zur Erhöhung der Stabilität und Förderung von Mischbaumarten nicht durchgeführt. "Sie haben eine gesetzliche Verpflichtung zur vorbildlichen Waldbewirtschaftung", klärte Eiser auf. "Sie können nichts tun, einen Kahlhieb durchführen und wieder anpflanzen oder den Bestand pflegen und in einem Mischbestand umbauen. Wenn Sie nichts tun, wird der Bestand instabil und Sie haben Käfer- und Verkehrssicherungsprobleme."

In der vergangenen Woche wurden Totholz und alte Käferbäume beseitigt sowie eine Gassenlage zur besseren Bewirtschaftung geschaffen. Diese Arbeiten entsprachen den Vorgaben des Forstbetriebsplans, den der Gemeinderat Anfang vergangenen Jahres genehmigt hatte. Im Januar wurde also nur das Holz eingeschlagen, das schon 2015 weggemacht hätte werden sollen. Nun könne man im Frühjahr mit Verjüngungsmaßnahmen durch das Pflanzen von Tannen und Buchen beginnen, erläuterte Eiser. In fünf Jahren sehe der Wald ganz anders aus, erklärte der Forstmann.

Josef Rauch sprach von einem Märchenwald, der besonders den Kindern gefallen habe. Bei den drei Infoabenden wurde immer davon gesprochen, dass der Wald seinen Charakter behalte. Nun habe man sich über die Meinung der Leute hinweggesetzt und den Rodungsprozessor eingesetzt. "Ich fühle mich hintergangen. Denn unter einer Durchforstung verstehe ich, dass nur einige Bäume rauskommen."

Eiser sprach nochmals die Verkehrssicherung an. "Wenn einem Kind im Wald etwas passiert, dann ist der Teufel los." Dann redet niemand mehr vom "Zauberwald", sondern nur noch von der Verantwortung und Haftung. "Gerade in einem Kurpark haben Sie erhöhte Verpflichtungen."

Den Vorwurf an Bürgermeister Hermann Ach, dass er das Gremium nicht gefragt habe, wies der Rathauschef zurück: "In dem vom Gemeinderat genehmigten Jahresbetriebsplan 2015 steht das alles drin." Er sprach auch die Unterschriftenliste, die er am Sitzungstag erhalten hatte. Von 312 Unterzeichnenden wohnen 96 außerhalb der Gemeinde, 70 sind Urlauber 146 kommen aus dem Markt. Außerdem seien viele darin aufgeführte Dinge überholt und schon geklärt.

Für die Zukunft schlug Hans Maier vor, den Kurparkwald im "nicht regelmäßigen Betrieb" weiter zu führen. Dann würden der Nutzwaldcharakter entfallen und gewisse Zwänge wegfallen. Eiser wies aber hierbei wieder auf gewisse Risiken bei der Verkehrssicherung hin. Ach erklärte noch, dass die Gemeinderäte jedes Jahr zu einer Waldbegehung eingeladen werden. Leider sei die Beteiligung sehr mager.

Mit 13:2 Stimmen beschlossen die Räte, zu gegebener Zeit über den von Maier vorgeschlagenen "nicht regelmäßigen Waldbetrieb" zu beraten. Außerdem genehmigten sie mit 13:2 Stimmen den Jahresbetriebsplan 2016. Dieser sieht in den Gemeindewäldern Verjüngungs- und Durchforstungsmaßnahmen mit rund 1245 Festmetern vor. Wegen des bescheidenen Holzpreises werden keine großen Einschläge in den 29 Betriebsverbänden durchgeführt.

Aufgabe für nächste Sitzung


Zurückgestellt wurde der Wunsch des Bürgermeisters und der Verwaltung, den Maßnahmenkatalog für den Umbau des Kurparks in einem Generationenpark noch in der Sitzung zu beschließen. Wegen der vorgerückten Zeit (22.30 Uhr) waren die Räte aber nicht mehr in der Stimmung, die neue Kostenberechnung des Architekten mit einer Summe von 385 000 Euro zu überprüfen. Dazu müsse der Planer antreten, forderte Erhard Scheuerer. Für die nächste Zusammenkunft wollten die Gremiumsmitglieder aber, dass ihnen mit der Ladung die Kostenberechnungen zugestellt werden.

Streit um Küchennutzung in der SchuleUm einen Kompetenzstreit zwischen Bürgermeister Hermann Ach und Schulleiter Josef Rauch ging es fast eine Stunde beim Punkt "Festlegung von Regelungen zur Nutzung von Räumen in der Grundschule Moosbach". Nach einer Disco-Nacht der Heimatfestdamen und -burschen in der Turnhalle gestattete Ach den Verantwortlichen zu vorgerückter Stunde eine Kaffeepause in der Schulküche.

Rauch wusste darüber nicht Bescheid. Der Rathauschef hielt und hält auch weiterhin als Hausherr der Bildungseinrichtung eine Information des Schulleiters nicht für erforderlich. Geschäftsleiter Andreas Hofmeister sah die grundsätzliche Kompetenz über die Nutzung der Schule beim Gemeinderat. Für laufende Angelegenheiten sei der Rathauschef zuständig. Dazu gehöre auch die Benutzung der Turnhalle.

Rauch sah in der Küchenbenützung aber die Interessen der Schule betroffen, weil zum Schulbetrieb gehörige Räume nicht so ohne weiteres zweckentfremdet werden dürfen. Da habe er als Rektor, der das Hausrecht ausübe, auch noch ein Wort mitzureden. Ihm gehe es um Datenschutz und die Sicherheit sowie das Wohl der Kinder. "Ich will als Schulleiter wissen, durch wen und wie Schulräume außerhalb der Schulzeit benützt werden."

Josef Hierold stellt dazu fest: "Darüber habe ich als Gemeinderat nicht zu entscheiden. Bürgermeister und Schulleiter sollten sich vertragen." Ohne Beschlussfassung verlief die Diskussion schließlich im Sande. Resigniert erklärte Rauch: "Ich werde schriftlich einreichen, dass ich ein Gespräch mit dem Bürgermeister führen will." (gi)
Wenn einem Kind im Wald etwas passiert, dann ist der Teufel los.Förster Andreas Eiser
Ich fühle mich hintergangen. Denn unter einer Durchforstung verstehe ich, dass nur einige Bäume rauskommen.Marktrat Josef Rauch
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