Abschied vom verdienten Etzgersriether Georg Leipold
Stets für die Heimat angagiert

Kurz vor dem 90. Geburtstag starb Georg Leipold. Er war in allen Etzgersriether Vereinen vertreten und berichtete Jahrzehnte für den "Neuen Tag" aus seinem Heimatort. Repro: gi
Vermischtes
Moosbach
03.07.2016
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Jahrzehnte berichtet er für den "Neuen Tag" aus Etzgersrieth, engagiert sich in allen Vereinen und prägt das Miteinander in seinem Heimatort: Georg Leipold. Vergangene Woche ist er mit 89 Jahren gestorben.

Etzgersrieth. Die Trauernden bezeichneten den Hottner-Schorsch, wie sein Hausname war, als einen der letzten Etzgersriether "vom alten Schlag". Beim Trauergottesdienst in der Dorfkirche richtete Pfarrer Josef Most tröstende Worte an Ehefrau, Kinder und Angehörige. Er blickte auf das ereignisreiche Leben von Leipold zurück. Der am 14. August 1926 in Etzgersrieth Geborene war am Dienstag gestorben.

Leipold wurde als viertes Kind der Landwirtseheleute Johann und Theresia Leipold geboren. Nach dem Schulbesuch in Etzgersrieth wurde er mit 14 Jahren in den Reichsarbeitsdienst eingezogen, um dann als Soldat bei der Wehrmacht in Russland die Schrecken des Krieges zu erleben. Gut konnte sich Leipold auch nach 70 Jahren noch erinnern, wie er zu Fuß aus dem Kriegsgebiet nach Hause gegangen war. Schnell hatte er trotz der schrecklichen Erlebnisse in Russland in Etzgersrieth wieder Fuß gefasst und lernte Maurer. 1957 heiratete er in Etzgersrieth Agnes Lukas aus Hermannsberg.

Gerne in der Natur


"59 Jahre", so Pfarrer Most, "teilte er mit ihr das Leben in Freude und Leid". Die fünf Kinder Hans, Anton, Anna, Irmgard und Georg komplettierten die Familie. Seine elf Enkelkinder waren Leipolds ganzer Stolz. Den Lebensunterhalt für seine Familie verdiente er als Maurer und als Landwirt im Nebenerwerb. Sein großes Hobby war die Natur und die Waldarbeit. Ein Schlaganfall vor zwei Jahren machte Leipold schwer zu schaffen. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends.

Die Musikkapelle geleitete die Trauernden nach dem Gottesdienst zum Friedhof. Vertreter der Vereine brachten den Sarg zum Grab. Für den Kirchenchor Etzgersrieth nahm Dirigent Johann Uschold Abschied von Leipold, der seit 1947 dem Ensemble angehörte und ihn 65 Jahre mit seiner kräftigen Bassstimme unterstützte. Der Vorsitzende des Oberpfälzer Waldvereins Moosbach, Peter Franz, bedauerte den Tod des ältesten Mitgliedes, das seit 1980 dem Verein angehörte. Schützenmeister Jonas Weiß vom Schützenverein St. Georg Etzgersrieth dankte für mehr als 60 Jahre Zugehörigkeit. Leipold gehörte zu den Gründungsmitgliedern und arbeitete über Jahrzehnte als Schützenmeister, Sportleiter und Vorstandsmitglied. Auch der Vorsitzende der Feuerwehr Etzgersrieth, Rudolf Mitlmeier, würdigte die außerordentlichen Leistungen des Verstorbenen in der Wehr. 30 Jahre war er Kommandant und von 1986 bis 2002 Schriftführer.

"Mit dem Hottner-Schorsch verliert der Kriegerverein Etzgersrieth den letzten Kameraden, der am Zweiten Weltkrieg teilgenommenen hat", bedauerte Vorsitzender Wolfgang Piehler. Von 1993 bis 2008 war er zudem zweiter Vorsitzender. "Sein Humor, seine Erzählungen aus dem Leben, seine Verbundenheit zu den Vereinen sowie seine Kommandos bei vielen kirchlichen und weltlichen Festen werden immer in Erinnerung bleiben und uns allen fehlen", sprach Piehler vielen Zuhörern aus dem Herzen.

Drei Böllerschüsse


Mit drei Böllerschüssen und "Ich hatt' einen Kameraden" endete die Trauerfeier. Für die musikalische Umrahmung in der Kirche und am Friedhof sorgte der Kirchenchor Moosbach unter Leitung von Hubert Reimer, Schönsee.
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