Abschied von Helga Rast
Gesicht der evangelischen Gemeinde verstorben

Helga Rast. Bild: gi
Vermischtes
Moosbach
05.10.2016
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Helga Rast aus Gröbenstädt ist mit 85 Jahren gestorben. Sie hinterlässt unendlich viele Spuren weit über Moosbach hinaus.

Pfarrer Hermann Bock sowie die Angehörigen der Verstorbenen sowie Freunde nahmen im evangelischen Trauergottesdienst in der voll besetzten Wieskirche Abschied von Rast. Sie war am vergangenen Donnerstag nach schwerer Erkrankung gestorben.

Gelernte Grafikerin


"Unsere Anteilnahme gehört ihrer Tochter Karin und Schwiegersohn Gerhard Götz mit Familie. Wir müssen uns vom Leib verabschieden, aber uns erinnern, was sie getan hat", bat Pfarrer Bock. Er blickte auf das Leben der am 8. März 1931 in Nürnberg Geborenen zurück. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war sie acht Jahre alt, das Elternhaus war von Bomben zerstört. Nach dem Abitur lernte sie Grafikerin. Ihre Liebe gehörte aber später der Hauswirtschaft.

1956 heiratete sie den Gutsbesitzer Hermann Rast in Gröbenstädt. Ein Jahr später kam Tochter Karin zur Welt. Es folgte ein rastloses Leben in der Landwirtschaft und den vielen öffentlichen Ämtern. 1989 starb ihr Ehemann. Pfarrer Bock dankte Rast für die Unterstützung der evangelischen Kirche. Er erinnerte an die meisterhafte Gestaltung des linken Seitenaltars mit der Inschrift "Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkünden" durch Helga Rast. Damit habe sie ein Vermächtnis gesetzt.

Fränkischer Dialekt


Vertrauensfrau und Kirchenvorstand Ulrike Kießling aus Vohenstrauß nahm für die evangelische Kirchenverwaltung Abschied von Rast. "Ihre leuchtenden Augen, ihr Lachen und ihr fränkischer Dialekt werden ihr immer in Erinnerung bleiben. Die Kirchengemeinde Vohenstrauß verliert ein sehr aktives und wertvolles Mitglied. Sie war das Gesicht der evangelischen Gemeinde in Moosbach."

Kreisbäuerin Christa Kick erinnerte an das hohe soziale Gewissen von Rast. 30 Jahre arbeitete sie im Bayerischen Bauernverband mit und erwarb sich große Verdienste in der Landfrauenarbeit und Landwirtschaft. Rast war von 1961 bis 1991 Ortsbäuerin in Gröbenstädt, von 1962 bis 1972 Mitglied im Vorstande des Altlandkreises Vohenstrauß und weiter bis 1992 im Landkreis Neustadt. Von 1975 bis 1992 war sie stellvertretende Kreisbäuerin. 1977 erhielt sie die Silberne Ähre und 1992 die Ehrennadel für ihre besonderen Verdienste. 2002 wurde Rast zur Ehrenortsbäuerin ernannt.

Viele Spuren hinterlassen


Im Namen der örtlichen Vereine nahm Peter Franz Abschied. Er wies auf die vielen Spuren hin, die Rast hinterlasse. So im Förderverein Schloss Burgtreswitz, der ein äußerst verdientes Mitglied verliere. Die Grafikerin hatte das Vereinslogo geschaffen. Bei Schlossfesten zauberte sie als Küchenchefin die besten Speisen auf den Tisch. Sie sorgte sich um die Schlossmuseen und stellte viele eigene Exponate zur Verfügung. Über den Tod hinaus bewies sie ihre Verbundenheit mit dem Gebäude, da statt Blumen Spenden für das Schloss gemacht werden können.

Erforschung der Heimat


Auch der Heimatkundliche Arbeitskreis verliere eine seiner besten Kräfte. Sie arbeitete an der Erforschung der Heimat mit und korrigierte noch zwei Tage vor ihrem Tod das 135 Seiten umfassende Manuskript der Broschüre "Spurensuche 5". Beim Katholischen Frauenbund Moosbach war Rast seit 2009 Ehrenmitglied. Bei den drei Moosbacher Kochbüchern brachte sie sich durch Skizzen und Verse ein. Ihr Wissen als Köchin gab sie in vielen Kursen weiter.

Rast war Mitinitiatorin des Vehharfen-Orchesters Neustadt vor über 15 Jahren. Aber auch der Oberpfälzer Waldverein Moosbach betrauerte den Tod seines langjährigen Mitglieds. Spuren der Verstorbenen finden sich auch in vielen Chroniken und Festschriften der Marktgemeinde. Das Veeh-Harfen-Orchester unter Leitung von Cornelia Kraus begleitete den Trauergottesdienst. Mit den Klängen des Posaunenchors der evangelischen Kirche Vohenstrauß unter Leitung von Erwin Scholz nahmen die Trauernden vor dem Portal der Wieskirche Abschied von Rast.
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