Bildstock erinnert an schweren Unfall von 1878
Von Salz-Säcken erschlagen

Vermischtes
Moosbach
07.01.2016
29
0

Die Staatsstraße zwischen Moosbach und Eslarn, genannt die alte Eslarner Straße, verlief bis etwa 1955 durch den heutigen Kurpark. An der Brücke über den Gruberbach erinnert ein alter Bildstock auf einer Granitsäule an ein schweres Unglück im 19. Jahrhundert.

Hier verunglückte laut Sterbeeintrag vom 30. Mai 1878 der Eslarner Ökonomiebürger Michl Wildenauer im Alter von 37 Jahren tödlich. Nach der Erzählung eines bereits verstorbenen Bürgers aus Ödbraunetsrieth soll ein mit Salz beladenes Fuhrwerk in den Bach gestürzt sein. Zu dieser Zeit wurden mit Hilfe von Pferde- und Ochsengespannen Holz- und Bretter aus dem Böhmerwald bis nach Wernberg transportiert. Auf der Rückfahrt wurde dann das Fuhrwerk mit Salz beladen.

Die Tiere seien mit der gesamten Fuhre Salz in den Bach gefahren, um zu trinken. Wildenauer, der wahrscheinlich aus Müdigkeit die Gewalt über sein Gespann verloren hatte, konnte nicht verhindern, dass das Fuhrwerk umstürzte. Er soll dabei durch die auf ihn fallenden Salz-Säcke erschlagen worden sein.

Zum Gedenken an dieses Unglück errichten die Eltern des Verstorbenen, Johann und Barbara Wildenauer, 1878 an der Unglücksstelle einen Bildstock. Das ursprüngliche Bild zeigte den Unfallhergang. Lange Zeit wurde die Gedenkstelle von der Bevölkerung nicht beachtet. Vor einigen Jahren wurde das Bild entnommen und durch ein Bildnis der Mutter Gottes ersetzt.

Im Zuge der geplanten Arbeiten im Kurpark soll das Marterl, so wie es früher ausgesehen hat, wieder hergestellt werden. Dazu fehlt aber das ursprüngliche Bildnis. Besitzer eines Fotos dieses Bilds sollen mit Ortsheimatpfleger Peter Garreiss, Telefon 09656/372, Kontakt aufnehmen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.