Bis heute keine Spur
Einbruch in die Wieskirche bleibt ungeklärt

Die Einbrecher erbeuteten 57 von 116 Hinterglasmalereien. Bild: gi
Vermischtes
Moosbach
22.02.2016
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Als am Donnerstag, 10. Juli 1975, gegen 10 Uhr Urlaubsgästen das beschädigte Kirchenportal auffiel, war ihnen klar, dass in der Wieskirche eingebrochen worden war. Die Täter hatten sich mit Brachialgewalt Zugang verschafft.

Es war der erste Einbruch überhaupt in dem gut 200 Jahre alten Gotteshaus. Sofort nahm die Kriminalpolizei Neustadt die Ermittlungen auf. Schnell hatte auch der Moosbacher Pfarrer Josef Fromm anhand der Inventurlisten den Umfang des Schadens ermittelt. Es war erschreckend: 57 von 116 Votivtafeln waren gestohlen worden. Die Hinterglasmalereien waren über 200 Jahre alt. "Die ältesten dieser Bestätigungen dankbarer Herzen für die Erhörung ihres Anliegens durch den gegeißelten Heiland stammten von den ersten Wallfahrten zur Wieskirche in den Jahren 1747/48", hatte der Ortsgeistliche den Raub beklagt.

Aber nicht genug, denn es wurden noch andere wertvolle Stücke mitgenommen. Die wertvollsten Beutestücke waren vier etwa 50 Zentimeter große hölzerne Engelsputten, die 1757 bei der Innenausstattung der Wieskirche an der Kanzel angebracht worden waren. Von einem Seitenaltar stahlen die Einbrecher zwei versilberte Kerzenleuchter aus Holz, vom Hochaltar nahmen sie eine hölzerne Kanontafel mit versilbertem Metallrahmen mit und vom Tabernakel zwei handflächengroße Engelsköpfe. Auf 20 000 Mark schätzte man damals die Kunstgegenstände. In Wirklichkeit sind die gestohlenen Gegenstände aber unersetzbar und unbezahlbar. Viele Freunde der Wieskirche waren geschockt von der Dreistigkeit der Täter. In den 40 Jahren ging nicht ein Hinweis zur Ermittlung der Täter ein. Die Polizei Vohenstrauß hat längst die Ermittlungen eingestellt.
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