Fahnenrestaurierung im Visier
Gnadenfrist für Männergesangverein Burgtreswitz

Die 60 Jahre alte Fahne des Männergesangvereins Burgtreswitz soll vor der Vereinsauflösung restauriert werden. Besonders das Bild mit dem Schloss gefiel den anwesenden Sängern. Bild: gi
Vermischtes
Moosbach
09.09.2016
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1922 gründeten einige Burgtreswitzer den Männergesangverein. 1956 folgte die Fahnenweihe. 2016 droht die Auflösung der Gemeinschaft.

Burgtreswitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte der Verein eine Blütezeit. In wöchentlichen Singstunden wurde der Männerchor zu einem harmonischen Klangkörper, der überall willkommen war. Durch große, auch überregionale Auftritte erreichte der Gesangverein ein hohes Ansehen.

Danach ging es aber steil bergab. Der Gemeinschaft mit immerhin noch 70 Mitgliedern fehlen die aktiven Sänger. Seit zwei Jahren wird deshalb über eine Auflösung des Traditionsvereins gesprochen. In einer außerordentlichen Versammlung begrüßte Vorsitzender Hermann Gissibl 18 Mitglieder im Gastzimmer des Schlosses Burgtreswitz. Er erstattete auch den Kassenbericht. Wenn es nach dem Kassenstand ginge, wäre eine Auflösung nicht notwendig. Gissibl bedauerte das Ende eines bedeutenden Kulturträgers der Marktgemeinde.

Den anwesenden Erhard Burger senior erwähnte er als einzigen noch lebenden Sänger, der bei der Fahnenweihe 1956 dabei war. 2013 musste der Singbetrieb wegen Personalmangel eingestellt werden. Viele gesellschaftliche Höhepunkte, Hochzeiten und andere Ereignisse hatten die Sänger umrahmt. Am Ende stehe nur mehr ein verwaltungstechnischer Akt.

Prunkstück restaurieren


Die Mitglieder wollten zum gegenwärtigen Zeitpunkt von einer Vereinsauflösung aber noch nichts wissen. Man habe eine Fahne im schlechten Zustand, aber auch das notwendige Geld für eine umfassende Sanierung in der Kasse. Die Vereinsfahne sei es wert, restauriert zu werden. Das Prunkstück daran sei die Seite, auf der das Burgtreswitzer Schloss abgebildet ist. Einstimmig beschlossen die Anwesenden, die Fahne für 5330 Euro von der Fahnenstickerei Kössinger in Schierling Instandsetzen zu lassen. Danach soll sie im Schloss Burgtreswitz aufbewahrt werden.

Schrank zimmern


Im Zuge der Schlossführungen könnte sie dann den Besuchern gezeigt und erklärt werden. Mit dem Kriegerverein wollen die Sänger einen Fahnenschrank zimmern. Dazu erklärten sich Adolf Graf und Martin Kreuzer bereit. Sollte nach der Renovierung und dem Schrankbau noch ein Überschuss in der Vereinskasse sein, wird von der Versammlung beschlossen, wem dieser Betrag für einen gemeinnützigen Zweck zufließt.

Einstimmig beschlossen die Mitglieder zudem, über die Auflösung des Vereins erst wieder zu entscheiden, wenn die Restaurierung abgeschlossen ist. Zur Unterbringung der Noten sowie des Akkordeons im Moosbacher Rathaus erklärte sich der Bürgermeister Hermann Ach bereit. Zudem einigten sich die Teilnehmer darauf, aus dem Fränkischen Sängerbund auszutreten.
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