Frauenbund Moosbach feiert Kirwa
Wurstsuppen-Fahrer unterwegs

Das alte Brauchtum des "Wurstsuppen-Fahrens" ließ der Frauenbund bei der Kirwa-Feier aufleben. Bild: gi
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Moosbach
03.11.2016
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"Oh, Kirwa lou nird nou", singen die Mitglieder des Frauenbunds, begleitet von Emmi Weber mit der Harmonika. Sie können die Kirchweih in Moosbach offenbar überhaupt nicht erwarten.

Burgtreswitz. Der Frauenbund hatte bei einem Hutzabend beim Wirt (Bauer-Balk) vorgefeiert. Voraus gegangen war ein Rosenkranz in der Dorfkirche. Dazu spielte die Veeh-Harfen-Gruppe, der Singkreis gab Marienlieder unter Leitung von Petra Zielbauer zum Besten.

Hausschlachtungen Thema


Anschließend stärkten sich die Teilnehmerinnen bei einer deftigen Schlachtplatte mit Blut- und Leberwürsten. Dabei ging es an diesem Abend auch um das Thema Hausschlachtungen, die früher auf Bauernhöfen gang und gäbe waren. Für die Frauen bedeuteten sie viel Arbeit. Vorsitzende Monika Schnupfhagn trug dazu eine Geschichte von Ludwig Thoma über den Schlachttag vor.

Emmi Weber glänzte mit dem Gedicht "Mensch und Schwein" und was mit dem Namen des Tiers alles verbunden ist, wie Spar- oder Glücksschwein. Weiter trug Weber, unterstützt von Anneliese Feneis, Geschichten vor. Die Frauen sangen lustige Lieder und schunkelten zu den Klängen der Musikerin. "Einmal kommt der Tag, wo man Schlachtfest hält in der Oberpfalz", sangen die Frauen.

Dabei ließen sie das alte Brauchtum des "Wurstsuppen-Fahrens" wieder aufleben. Dazu erschienen zwei Damen als Männer verkleidete mit Topf im Korb "zum Wurstsuppenfoahn". Mit dabei hatten sie den Spruch: "Wir ham g'hört, ihr habt g'schlacht und habt's recht viel Würscht g'macht. Wir bitten dich und deine Frau gebt uns was ab von eurer Sau" oder "Mir walln niat vül, mir wallns niat ganz, mir walln bloß a Stickl zwischen Kopf und an Schwanz."Das Behältnis wurde dann früher mit der Wurstsuppe aus dem Kessel oder aus dem großen Hafen gefüllt.

Zudem gab es auch Leber- und Blutwürste sowie manchmal Kesselfleisch für die "Wurstsuppen-Fahrer". Meist warteten schon die anderen Freunde nach dem Spektakel, um alles gemeinsam zu verzehren. Manchmal wurde auch bloß ein Spieß (Stange) mit Topf im Korb durchs Fenster gehalten, um nicht erkannt zu werden. Das Spießrecken dagegen war nur bei Hochzeiten üblich und es gab meist Fleisch mit Knödel sowie Gebäck.

Die Vorsitzende gab noch Termine bekannt. Elisabethfeier ist am 17. November. Der Frauenbund wird am 28. November das erste Adventsfenster an der Krippe am Marktplatz gestalten. Adventsfrühstück ist nach den Lichterrorate am 5. Dezembern. Tannengrün für die Adventskranz-Aktion wird dringend gebraucht. Der Nähkurs soll demnächst beginnen, dabei entstehen Röcke für das Heimatfest. Zudem dankte Schnupfhagn Annemarie Held für das "Hefespitzl".
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