Gebeine umgebettet
Sakristei im Zuge der Außenrenovierung der Pfarrkirche abgebrochen

Der Bagger grub sich buchstäblich in das Mauerwerk der Sakristei ein. Nach dem Abriss ist nun nach fast 300 Jahren wieder der Blick vom alten Rathaus hinüber zur Schulstraße (Anwesen Roßmann) frei. Bild: gi
Vermischtes
Moosbach
25.04.2016
68
0

Mit dem Abbruch der Sakristei im Zuge der Außenrenovierung der Pfarrkirche ist ein Stück Alt-Moosbach verlorengegangen. Der Marktplatz bekommt damit aber nur vorübergehend ein anderes Bild, denn die neue Sakristei wird an alter Stelle noch in diesem Jahr fertiggestellt.

Schon beim Kirchenbau 1735 war an gleicher Stelle eine Sakristei platziert worden. Beim Großbrand 1848 brannte sie mit ab und wurde anschließend 1850 wieder aufgebaut.

Vor dem Abbruch verursachte das Ausräumen jetzt viel Arbeit. Messgewänder, Kelche, Bücher, Tücher, Kerzenständer und viele andere Dinge mussten in das Ausweichdomizil im Kolping-Zimmer des Pfarrheims gebracht werden. Besonders für Mesner Hans Klug bedeutete das Mehrarbeit. Er wurde von vielen Helfern tatkräftig unterstützt.

Die Firma Guttenberger, Moosbach, verlegte die gesamte Elektroanlage mit Stromhausanschluss, die Uhr, die Glocken- und Lichtschalter und Lautsprecher. Auch die Freilegung sämtlicher Wasser- und Abwasserleitungen erfolgte. Dabei kamen viele Gebeine ans Tageslicht, denn bis 1610 war die Moosbacher Pfarrkirche vom Friedhof umgeben. In der Reformationszeit musste der Gottesacker außerhalb der Wohnbebauung verlegt werden. So liegt der heutige Friedhof unweit der Wieskirche.

Ortsheimatpfleger Peter Garreiss bemühte sich darum, dass ein Teil der Gebeine gesichert und in den heutigen Friedhof, unweit des Kriegerdenkmales, umgesetzt wurden. Der Heimatkundliche Arbeitskreis wird mit einer entsprechenden Infotafel an die Moosbacher Toten des alten Friedhofes um die Pfarrkirche erinnern.

Die neue Sakristei wird neu eingerichtet, bekommt eine neue Toilette und eine größere Untersakristei. Im Verlauf der Kirchenrenovierung erfolgt auch eine kostspielige Trockenlegung der Kirchenmauer. Im Juni wird ein Gerüst bis hinauf zur Turmspitze aufgestellt. Anschließend beginnt die Renovierung des Turmes und des Dachstuhles. Im Kirchenschiff werden Netze eingezogen, damit die Arbeiten am Dachstuhl sicher erledigt werden können. Es ist geplant, dass die Gottesdienste in diesem Jahr weiterhin in der Pfarrkirche, freilich unter erschwerten Bedingungen, gefeiert werden können. Alleine die Kosten für die Außenrenovierung werden auf 1,7 Millionen Euro geschätzt. Anschließend folgt die Innenrenovierung.
Weitere Beiträge zu den Themen: Pfarrkirche (35)ein Stück Alt-Moosbach (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.