Heumaden mit eigenem Bier
Brauerei und Wirtshaus brennen ab

1905 wurde Erhard Bock die baurechtliche Genehmigung zum Wiederaufbau seines abgebrannten Anwesens erteilt. Repro: gi
Vermischtes
Moosbach
05.09.2016
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Zum Jubiläum 500 Jahre Reinheitsgebot soll auch an die frühere Brauerei Bock in Heumaden erinnert werden. Der 1283 erstmals genannte Ort war eng verbunden mit dem Kloster Kastl bei Amberg.

Heumaden. 1866 errichtete der Gemeindevorsteher und Distriktsrat Joseph Bock in Heumaden, Hausnummern 1 und 2, ein Brauhaus. Dieser erwarb 1853 das Gebäude. Ihm folgten Erhard Bock (1879), Baptist Bock (1912) und Georg Bock (1949). Vorher war das Anwesen von 1653 im Besitz der Familien Betz.

2000 Eimer Sommerbier


Mit Konrad Betz (1735) bekam das Anwesen den Hausnamen "Kunl". Als 1856 Joseph Bock Eigentümer wurde, änderte sich der Hausname einfach in "Bock". Joseph Bock war ein fleißiger Geschäftsmann. Als Braumeister stellte er Johann Eger aus Eslarn an. Im Bräuwerk konnten vier bis sechs Schäffel Malz verarbeitet werden und der Bierkeller hatte einen Lagerraum für 2000 Eimer Sommerbier.

Unter Joseph Bock bekam das Haus einen Wert von 24 000 Gulden. Er war Eigentümer von drei Gebäuden im Dorf und hinterließ seinem Nachfolger Erhard Bock die riesige Fläche von 142 Tagwerk Grund. Erhard Bock musste zusehen, wie am 36. Juli 1904 sein gesamtes Anwesen beim großen Dorfbrand in Schutt und Asche fiel. Das Feuer brach noch dazu bei ihm aus.

Große Brandschäden erlitten insgesamt zehn Häuser. Darunter auch das Gebäude des Dorfwirts Johann Kraus mit der Nummer 22. Nun waren Brauerei und Gaststätte abgebrannt, auch die Kapelle war bis auf die Umfassungswände zerstört.

Wiederaufbau der Gebäude


1905 begann der Wiederaufbau des abgebrannten Anwesens. Wohnhaus, Wirtsstube, Brauhaus, Stall und Scheunen wurden nach modernsten Gesichtspunkten errichtet. Bald lief der Betrieb weiter wie vorher. In der Brauerei wurde bis zum Zweiten Weltkrieg Bier nach dem Bayerischen Reinheitsgebot hergestellt. Nach Ende des Kriegs und dem Tod des Brauers und Wirtes Georg Bock schloss die Brauerei endgültig. Die Gastwirtschaft mit Schützenhaus wurde aber weitergeführt und wird auch heute noch, vor allem von den Einheimischen, als ihr Dorfwirtshaus, gerne besucht.
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