Intelligenter Tachograph kurz vor der Einführung
Angst vorm „gläsernen Fahrersitz“

Vermischtes
Moosbach
23.11.2016
38
0

Ein neues Zeitalter für Berufskraftfahrer und Transportunternehmer beginnt 2018 mit der Einführung des intelligenten (smart) Tachographen. Der Berufsstand fürchtet heute schon den "gläsernen Fahrersitz". Zu einer Info-Veranstaltung hatte die Gebietsverkehrswacht Vohenstrauß in den Gasthof Brandstätter eingeladen.

Im voll besetzten Saal sprach Diplom-Ingenieur Markus Mayer vom Gewerbeaufsichtsamt Regensburg über Neuerungen im Fahrpersonalrecht. Die wichtigste Nachricht überbrachte er zu Beginn. Der intelligente Tachograph, der an ein Satellitensystem angebunden wird, sei beschlossene Sache. Dadurch ergebe sich für Firmen und Behörden die Möglichkeit der Fernkommunikationen und Datenübertragung aus dem Fahrzeug. Voraussichtlich ab März 2019 werden Neufahrzeuge vom Smart-Tacho beherrscht.

Kontrolle ein Kinderspiel


Die Kontrolle der Strecke, Geschwindigkeit, Lenk- und Ruhezeit, Start und Ziel ist dann "ein Kinderspiel". Eine automatische Kontrolle gebe es aber nicht. Sie muss von der Behörde angestoßen werden. Es gebe auch keine Ahndung von Verstößen nur aufgrund der Datenübertragung. Vielmehr müsse ein stehendes Fahrzeug kontrolliert werden.

Mayer sprach auch die seit März bestehende Schulungs- und Unterweisungspflicht der Firmen gegenüber ihrem Fahrpersonal an. In Ordnungswidrigkeits- oder Strafverfahren könne eine Unterlassung dieser Pflicht für die Unternehmer teuer werden. Der Experte erwähnte auch die Ausnahmen für Handwerker. Ihr Umkreis um den Firmensitz wurde von 50 auf 100 Kilometer erweitert und gilt nur für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen. Die Ausnahmeregelung gelte nur, wenn mit dem Fahrzeug ausschließlich Materialien befördert werden, die zur Ausübung des Berufes nötig sind. Fahren dürfe nicht die Haupttätigkeit für den Fahrzeugführer sein.

Die Anwesenden erfuhren, dass der Gesetzgeber bei Manipulationen an der Tacho- und Fahrerkarte hart durchgreife. Für das Fahren mit fremder Fahrerkarte, das Manipulieren am Kontrollgerät oder die Fälschung beweiserheblicher Daten können man mit Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder hohen Geldstrafen belegt werden. Der Verlust oder Diebstahl der Fahrerkarte müsse innerhalb von sieben Tagen gemeldet werden. Höchstens 15 Tage dürfe ohne sie gefahren werden.

Fehler beim Wenden


Gerhard Piehler blickte in die Unfallstatistiken. Am häufigsten führen Abstandsvergehen, Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren mit dem Problem des toten Winkels oder Geschwindigkeitsüberschreitungen zu Unfällen. Aus der Versammlung kamen viele Beschwerden, dass ausländische Kraftfahrer eine Art "Narrenfreiheit" genießen. Piehler wies auf die schwierige Personalsituation der Aufsichtsorgane hin.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.