Kirchenbauverein Tröbes
Turm ersetzt Zuckerhut

Vermischtes
Moosbach
19.02.2016
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Vor 50 Jahren begann der Bau des Kirchturmes in Tröbes. Am 19. Februar 1966 genehmigte der Gemeinderat von Tröbes die Pläne der Kirchenverwaltung. Bis dahin war es aber ein weiter und beschwerlicher Weg.

Tröbes. 1889 wurde ein Kirchenbauverein ins Leben gerufen. Mit einer eigenen Expositurkirche wollte man den Einwohnern von Tröbes, Gaisheim, Rückersrieth, Ragenwies, Waltenrieth und den Einöden den oft stundenlangen Weg zu den Kirchen in Moosbach und Etzgersrieth ersparen. Schnell gingen Spenden und Sachleistungen in die Kapellenbaufond-Kasse ein.

Brand wütet im Dorf


Aber erst 1903 genehmigte die Regierung den Bauplan. 1906 ordnete das Innenministerium die Gründung einer Katholischen Kirchenstiftung in Tröbes an. Der Wirt Johann Bodensteiner war der erste Vorsitzende. Durch den großen Brand am 21. April 1903, der die Ostseite des Dorfes in Schutt und Asche legte, kam es zu einer langen Verzögerung des Baubeginns.

So flossen die Jahre dahin und plötzlich brach der Erste Weltkrieg aus. Das für den Kirchenbau gesparte Vermögen von 37 000 Mark wurde als Kriegsanleihe gezeichnet und ging durch die nachfolgende Inflation verloren. Ende der 1920er Jahre hatte man sich erholt und der Kirchenbau sollte starten. 1931 zählte der Kirchenbauverein 111 Mitglieder. Auch die Regierung stand dem Vorhaben wohlwollend gegenüber, so dass nach Erledigung der Grundstücksfrage und Planung durch Architekt Max Wittmann aus Regensburg die Arbeiten an die Firmen am 30. Mai 1933 vergeben wurde.

Bischof Michael vor Ort


Als Turm genehmigte das Ordinariat nur ein kleinen "Zuckerhut". Ebenso musste aus Kostengründen auf eine eigene Seelsorgestelle in Tröbes verzichtet werden. Die Bevölkerung leistete Hand- und Spanndienste und am 13. August 1933 erfolgte die Grundsteinlegung durch Bischof Michael erfolgte. Der Bau schritt zügig voran, so dass am 24. Juni 1934, am Tag des heiligen Johannes des Täufers, Pfarrer Georg Kiener die Kirche unter Assistenz des Benefiziaten Franz-Xaver Wintermeier und Pfarrer Hirmer aus Pullenried segnete. Wegen des fehlenden Turms verzichtete man auf eine Konsekrierung.

1945/46 erhielt der kleine Turm eine Uhr mit Zifferblatt. 1952 folgte der Kauf einer Orgel und 1961 eine Renovierung des Altarraumes. Aber immer größer wurde der Wunsch auf Errichtung des Kirchturmes. Für die Gläubigen war der Kirchenbau erst mit dem Turmbau beendet. Moosbachs Pfarrer Josef Fromm unterstützte ihre Pläne. Im Frühjahr 1966 wurde mit dem Turmbau begonnen. Bereits 1967 war das 80 000 DM teuere Werk fertig und bald waren auch die vier Glocken, die nochmals 21 000 DM kosteten, installiert. Weihbischof Josef Hiltl aus Regensburg konsekrierte am 16. Juni 1968 das Gotteshaus.
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