Moosbacher Kurpark
"Zauberwald" ohne Zauber

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Moosbach
29.01.2016
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Als Helene Schmid am Dienstagvormittag mit ihrem Hund im Moosbacher Kurpark spazieren ging, traute sie ihren Augen nicht: Was war nur mit ihrem geliebten "Zauberwald" geschehen?

Wo früher ein Wanderweg war, haben Harvester tiefe Rillen und Furchen hinterlassen. "Für einen Kurpark haben sie hier gehaust wie die Vandalen", empörte sich die Moosbacherin bei einem Ortstermin am Donnerstag. Die groben Reifenspuren waren allerdings vermutlich am Nachmittag beseitigt worden.

Nur noch Rückegasse


"Warum haben das nicht Holzhauer gemacht, was hat das noch mit einem Park zu tun?", fragte sie sich. "Das ist jetzt kein ,Zauberwald' mehr, sondern ein ,Gefahrenwald', weil bei Sturm nicht begehbar." Mit Elisabeth Reger und SPD-Marktrat Josef Rauch hatte sich Schmid im Kurpark getroffen. Die Wanderstrecke, die nun als Rückegasse diente, "war immer ein ganz romantischer, mystischer Waldweg - ein Tunnelgang", bedauerte Reger.

"Anblick tut direkt weh"


Alle drei waren außerdem entsetzt, dass nun so viele Fichten herausgenommen wurden. "Hier war es früher schön düster, es herrschte eine wunderbare Atmosphäre", erinnerte sich Rauch. "Das hat direkt gut getan", ergänzte Reger. Dieser Zauber sein nun verloren. "Der Anblick tut direkt weh", fand Schmid. "Das waren sicher nicht alles Käferbäume", meinte der SPD-Kommunalpolitiker.

In der Informationsveranstaltung über die Umgestaltung des Kurparks am Montagabend sei überhaupt keine Rede davon gewesen, dass die Holzerntemaschinen gleich am Dienstag loslegen. Außerdem hieß es, dass die Harvester nicht hangaufwärts fahren. Stattdessen haben sie mindestens vier Trassen hinterlassen.

Darüber hinaus hätten die Verantwortlichen versprochen, dass der "Zauberwald" seinen Charakter behalten werde. "Er sollte in seiner Art so bleiben, wie er ist. Das ist jetzt nicht mehr der Fall", ärgerte sich Rauch. Der zuständige Förster Andreas Eiser von der Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß erklärte am Donnerstag auf NT-Nachfrage, dass die Maßnahme nötig gewesen sei, weil in der Vergangenheit in dem Fichtenbestand nichts unternommen worden sei. Wenn das so weitergegangen wäre, wäre der Wald irgendwann immer instabiler geworden. Daher hätten die Arbeiter nun Totholz und schwache Bäume herausgenommen, um die übrigen zu stärken.

"Attraktiver fürs Auge"


Als nächstes folge - vermutlich im Frühjahr - die Anpflanzung von Tannen und Buchen, damit auf der Fläche ein Mischwald entstehe, der dann auch entsprechend gepflegt werden soll. Für den Umbau gebe es Fördergelder. Ziel sei es, "den Bestand attraktiver fürs Auge zu machen", erklärte Eiser.
Für einen Kurpark haben sie hier gehaust wie die Vandalen. Warum haben das nicht Holzhauer gemacht, was hat das noch mit einem Park zu tun?Helene Schmid
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