Moosbacher Ministranten halten alten Brauch aufrecht
Ratschen ersetzen die Kirchenglocken

Während der Kartage sind, wie in vielen anderen Orten auch, die Moosbacher Ministranten mit ihren großen und kleinen Ratschen unterwegs. Durch das Klappern rufen sie die Gläubigen zum Gebet und Kirchgang. Bild: gi
Vermischtes
Moosbach
24.03.2016
43
0

Das Brauchtum des Ratschens ist in der Pfarrei Moosbach nach wie vor lebendig. Die Ministranten holten die Geräte bereits am Samstag aus dem Abstellraum und brachten sie wieder auf Vordermann. Die Messdiener ließen die Ratschen gleich mal kräftig zur Probe klappern.

In Gruppen ziehen die Mädchen und Buben mit ihren sechs großen und sieben kleinen Ratschen am Karfreitag und Karsamstag durch Moosbach und die umliegenden Dörfer Grub, Gebhardsreuth, Gröbenstädt, Burgtreswitz und Ödpielmannsberg. Die älteste Ratschen mit über 50 Jahren, an der Generationen schon gedreht haben, heißt "Emma". Wenn am Gründonnerstag nach dem Gloria laut Volksmund die "Glocken sterben" oder nach "Rom fliegen", ist es so weit.

Die Mädchen und Buben müssen schon früh aufstehen. Drei Mal am Tag - zum Morgen-, Mittags- und Abendgebet - sind sie im Einsatz. Sie machen auf die Passion aufmerksam und ermahnen die Gläubigen zum Gebet und Kirchgang. Sie bringen lautstark den englischen Gruß zu Gehör: "Wir ratschen, wir ratschen den englischen Gruß, damit jeder Christ weiß, wann er beten muss."

Am Karsamstag sammeln die "Ratschenboum und -moidla" nach alter Tradition die bekannten "Räitloier" und bitten so um eine Spende für die Ministrantenkasse für ihre treuen Dienste während des ganzen Jahres.
Weitere Beiträge zu den Themen: Gründonnerstag (6)Ratschen (2)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.