Ragenwies feiert
Dorfkapelle 30 Jahre alt

Die kleine Kapelle in Ragenwies ist dem Erzengel Michael geweiht. Die Gläubigen feiern heute den Namenstag und den 30. Geburtstag des Kirchleins. Bild: gi
Vermischtes
Moosbach
29.09.2016
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Die Ragenwieser feiern heute das Patrozinium ihrer Dorfkapelle mit einem Festgottesdienst. Das Kirchlein ist dem Erzengel Michael geweiht. Gleichzeitig steht ein Jubiläum an.

Ragenwies. Die 1986 errichtete Kapelle wird 30 Jahre alt. Bis 1986 hatte die 1335 erstmals urkundlich erwähnte Ortschaft keine Kirche. Es war deshalb schon immer ein großer Wunsch der Bevölkerung, endlich ein eigenes Gotteshaus in der Ortsmitte zu bekommen. Immer scheiterte es am Geld.

Nur Glockenturm aus Holz


Mehr als einen Holz-Glockenturm konnte sich das Dorf nicht leisten. Er wurde 1934 nach dem Brand (von 13 Häusern bliebt nur eins verschont) errichtet. Bei der Gebietsreform 1972 war es endlich soweit. Die Gemeinde Tröbes, zu der Ragenwies gehörte, wurde aufgelöst und in den Markt Moosbach eingegliedert. Im Eingemeindungsvertrag vom 15. Dezember 1971 verpflichtete sich Moosbach zum Bau einer Kapelle in Ragenwies. Der Gemeinderat hielt sein Versprechen und begann bald nach der Eingemeindung mit den Vorarbeiten.

Zunächst musste das geeignete Grundstück in den Besitz der Gemeinde kommen. Durch eine Grundstücksabrundung mit dem Nachbarn Hanauer wurden im November 1985 der erste Erfolg erzielt und die Voraussetzungen für den Kapellenbau mit den erforderlichen Außenanlagen geschaffen. Am 2. November 1982 genehmigte der Marktrat die Baupläne des Architekten Schrott aus Weiden.

Unter großer Beteiligung der Dorfbewohner begannen 1983 die Arbeiten. 1986 stand die neue Kapelle. Unter erheblichen Eigenleistungen und Spenden betrugen die Gesamtkosten immerhin 143 500 D-Mark. Zuschüsse kamen vom Arbeitsamt, vom Bund, vom Landkreis Neustadt und der bischöflichen Finanzkammer in Regensburg. Trotzdem hatte die Gemeinde noch einen schönen Brocken beizusteuern. Weil die alte Glocke aus dem Holzturm noch zu verwenden war, wurden aber Kosten gespart.

Damit das tägliche Läuten der Glocken am Morgen, Mittag und Abend nicht zu einer zu großen Belastung für Mesner Lorenz Hummer wurde, erhielt das Kirchlein ein elektrisches Geläut. Aber für die Außenanlagen ging der Gemeinde dann das Geld aus. Da sprang die Dorferneuerung Ragenwies II ein. Der Kapellenvorplatz wurde gepflastert, und die alte Dorfkastanie erhielt eine Rundbank zum Verweilen. Ein echter Dorfmittelpunkt und Treff war entstanden. Die Weihe der Kapelle erfolgte am 20. Juli 1986 durch den Moosbacher Pfarrer Josef Zapf und den Straßkirchener Geistlichen Erwin Feil, der ein gebürtiger Ragenwieser ist.

Gründungsfest erst 2017


Rechtzeitig vor dem Patrozinium und dem 30. Geburtstag der Kapelle musste heuer das alte Holzschindeldach entfernt und durch ein neues mit Biberschwanzpfannen ersetzt werden. Denn das undichte Dach verursachte erhebliche Schäden an der Decke in der Kapelle. Diese Arbeiten sollen bis Sommer 2017 abgeschlossen sein. Im Heimatfestjahr wollen die Ragenwieser dann das Gründungsfest nachholen.

Um die Kapelle sieht es momentan wie auf einer Großbaustelle aus, denn das Dorf wird wegen der Verlegung der Breitbandkabel aufgegraben. Trotzdem wird heute um 19.30 Uhr das Kirchenpatrozinium gefeiert. Ragenwies erwartet dazu viele Gäste. Der Rosenkranz beginnt um 19 Uhr.
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