Renovierung der Moosbacher Pfarrkirche
Schäden bereiten große Sorgen

Die Renovierung der Pfarrkirche Moosbach wird eine große finanzielle Herausforderung für die Pfarrei. Bild: gi
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Moosbach
04.03.2016
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Seit über einem Jahr ist Architekt Gerfried Mühlbauer dabei, die Vorarbeiten zur Renovierung der Moosbacher Pfarrkirche voranzutreiben. Das Projekt nimmt immer größere Dimensionen an.

Viele Gespräche mit Vertretern des Bischöflichen Baureferats Regensburg, des Landesamtes für Denkmalpflege und anderen Fachleuten hat es schon gegeben, um die enormen Schäden an und im Gotteshaus näher zu betrachten. Beim Pfarrfamilien-Nachmittag im Pfarrheim stellten Pfarrer Josef Most und Architekt Mühlbauer das Projekt vor. Mittlerweile soll nur die Außenrenovierung schon 1,7 Millionen Euro kosten, von der Innenrenovierung, die 2018 vorgesehen ist, ganz zu schweigen.

Viele Risse


"Wir müssen jetzt zusammenstehen, denn was wir machen, ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, die der Verkehrssicherung dient", appellierte Most an die Angehörigen der Pfarrei. Denn viele Risse sind in der Decke, die Mauern sind feucht, an den Fenstern nagt der Rost und die Heizung ist veraltet. Besorgniserregend sind die großen Risse im Turm und die Schäden am Dachstuhl. Diese ergaben sich durch Maueruntersucherungen, Feuchtigkeitsgraben, Dachstuhl- und Deckenuntersuchungen.

Auch ein Probeläuten im Beisein der Fachleute habe es zur Mängelfeststellung bereits gegeben. Die Ursprünge des Turms sehen Fachleute des Bischöflichen Zentralarchivs in Regensburg in der Zeit vor 1730. Das heutige Moosbacher Gotteshaus ist nach Zeichnung des Malers Christopherus Vogel von 1600 mit der Turm- und Kirchenschiffanordnung identisch. So ist zu vermuten, dass die 1735/36 vom Waidhauser Maurermeister Andreas Dobmeyer erbaute Kirche auf diesen Grundmauern errichtet wurde. Erhebliche Schäden verursachte der große Brand in Moosbach 1848.

Pfarrer Most kündigte an, dass es sich bei den nun vorgesehenen Arbeiten um die gründlichste Renovierung handle, seit es die Kirche gebe. "50 Jahre soll dann wieder Ruhe einkehren." Architekt Mühlbauer ging bei der Auflistung der Mängel ins Detail. Sturmschäden vor Jahren sind nicht spurlos vorbeigegangen. Es gebe am Turm zahlreiche Rissbreiten von einem Zentimeter an den Natursteinen. Die Treppen auf den Turm sind nicht verkehrssicher. Viele Dachziegel zeigen Frostschäden. Der Kirchendachstuhl ist abgesackt, die darunter liegenden Mauerrisse sind mehr als 60 Zentimeter tief. Vor Beginn der Arbeiten müssen deshalb im Kirchenraum Auffangnetze eingespannt werden.

Bitte um Spenden


Mit den Arbeiten soll unmittelbar nach dem "Weißen Sonntag" begonnen werden. Erste Maßnahme ist der Abbruch der Sakristei. An gleicher Stelle wird eine neue Sakristei mit einem Kellergeschoss entstehen. Sie erhält einen behindertengerechten Zugang. Pfarrer Most gab bekannt, dass sich das Bistum an den Kosten von 1,7 Millionen Euro mit 45 Prozent, also 762 200 Euro beteilige. "Wo kommen die anderen 900 000 Euro her, das können wir nur gemeinsam schultern?", fragte Most und bat um großzügige Spenden.

"Reißt die alte Kirche weg und baut eine kleinere neue", meinten einige Pfarrangehörige. Während der Bauzeit sind die Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen in der Wieskirche und werktags im Pfarrsaal. Bis November soll die Sakristei fertig sein. Während der Bauphase müsse auch das Kriegerdenkmal am Marktplatz abmontiert werden.

"Baut das anschließend nicht mehr auf, sondern holt das alte Kriegerdenkmal vom Friedhof wieder in die Ortsmitte", schlugen einige vor. Bürgermeister Hermann Ach will dies mit dem Kriegerverein besprechen. Offen sei auch die Frage, ob die Dorferneuerung einer Marktplatzumgestaltung zustimme.
Wir müssen jetzt zusammenstehen, denn was wir machen, ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, die der Verkehrssicherung dient.Pfarrer Josef Most
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