Renovierung der Moosbacher Pfarrkirche
Turm wieder auf festen Füßen

Im jahrhundertealten Dachstuhl des Kirchenturms wurde altes und morsches Holz ausgewechselt. Pfarrer Josef Most (links) begutachtete die Arbeiten. Bild: gi
Vermischtes
Moosbach
30.09.2016
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Die Sanierung der Moosbacher Pfarrkirche schreitet voran. Nicht nur der Turm bereitete den Verantwortlichen Kopfzerbrechen. Umso mehr freuten sie sich nun über eine erfolgreiche Zwischenetappe.

Bis zu zehn Meter lange Bohrungen, Verpressungen, Kopfplatten, Stahlanker und Stahlstangen sorgen dafür, dass der Turm der Moosbacher Pfarrkirche wieder auf festen Füßen steht. Im Abstand von drei Metern sorgen Stahlanker für Sicherheit. Die Schall-Luken am Turm erhalten zusätzliche Spiralanker.

Schwierige Bedingungen


Auch im West- und im Ostgiebel sah es nicht gut aus. Durch die vielen Hohlräume verzögerten sich auch dort die Verpressungsarbeiten. Pfarrer Josef Most und Architekt Gerfried Mühlbauer aus Weiden lobten bei einer Baustellenbesichtigung die Arbeiten. Die unter schwierigsten äußeren Bedingungen durchgeführten Erneuerungen des historischen Gebälks der Turmspitze durch die Zimmerei Kreuzer aus Lanz bezeichnete Mühlbauer sogar als "Meisterstück des Zimmereihandwerks". Auch mit der Installation der Läutemaschine haben die Fachleute schon begonnen. Bald wird den Turm ein neues Kreuz schmücken.

Im Nordteil des Kirchenschiffs ist bereits der Außenputz angebracht. Die Arbeiten an der neuen Sakristei sind ebenfalls bereits fortgeschritten. So ist die Rohinstallation der Elektroanlage bereits erfolgt, die Sanitäreinrichtung hat begonnen. Für großes Aufsehen sorgte diese Woche ein kleiner Durchbruch der Außenmauer/Apsis an der Ostseite des Gotteshauses. Die Verantwortlichen können sich dahinter einen nicht zugänglichen Raum aus der Altgeschichte des Gebäudes vorstellen. Die Pfarrkirche wurde nach dem großen Brand 1848 einfach wieder auf die Fundamente ihrer Vorgängerin gestellt.

Vermutlich Grabkammern


Peter Garreiss vom Heimatkundlichen Arbeitskreis informierte darüber, dass die Burgtreswitzer Pfleger ihre Toten im 17. und 18. Jahrhundert in der Pfarrkirche Moosbach begruben. Die beiden Hauptpfleger Franz Christoph und Franz Ferdinand Reisner von Lichtenstern, eine Pflegerehefrau und sieben Kinder wurden im Altarraum begraben. Auch der Pfleger von Göring und seine Verwandtschaft fanden hier ihre letzte Ruhe. Eventuell könne es sich hier um deren Grabkammern handeln, meinte Garreiss. Erste Anzeichen dafür gab es schon bei Renovierungsarbeiten in der Pfarrkirche 1974. Sie wurden seinerzeit aber nicht weiter verfolgt. Genaueres werde sich erst bei der Innenrenovierung ergeben, ergänzte Architekt Mühlbauer.
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