Renovierung der Pfarrkirche
Gewaltige Mehrkosten drohen

Um die Netze für die Reparatur des Dachstuhls einziehen zu können, muss die Pfarrkirche innen ganz eingerüstet werden. Bild: gi
Vermischtes
Moosbach
17.06.2016
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Die Außenrenovierung der Moosbacher Pfarrkirche St. Peter und Paul läuft derzeit nicht so richtig rund. Immer wieder treten unvorhergesehene Dinge auf.

Architekt Gerfried Mühlbauer aus Weiden möchte deshalb zum Bauzeitenplan keine Aussagen machen. Trotzdem ging schon einiges voran. Die Trockenlegungen der Mauern an der Süd- und Nordseite sind abgeschlossen. Dabei stellte sich heraus, dass das Fallrohr an der Südwestecke der Kirche keinen Kanalanschluss hatte. Auch der Kanal von der Sakristei zum Straßenkanal war verwurzelt und beschädigt. Hier ist ein Neuanschluss an den Straßenkanal erforderlich. Dabei sollen die Granitmauer und auch die alte auf dem Marktplatz dominierende Eiche unverletzt bleiben.

In schlechtem Zustand


Da sich die Fundamente in einem denkbar schlechten Zustand befanden, mussten die Arbeiter den Putz bis zu Steinoberfläche abschlagen und das gelockerte Steinmaterial neu verfugen. Diese vom Landesamt für Denkmalpflege verlangten Arbeiten bedeuteten viel Mehrarbeit und deshalb gewaltige Mehrkosten. Auch im Bereich der Restsakristei gab es Probleme. Um die Kirchenmauer nicht zu beschädigen, musste ein Mauerstück abgesägt werden.

An den Seiteneingängen wurden die Fundamente betoniert und die Portale für den Windfang aufgestellt. Die Aushubarbeiten für die neue Sakristei an der Südseite sind voll im Gange. Beim Abbruch der Sakristei zeigte sich, dass noch Teile der ursprünglichen Sakristei aus der Erbauungszeit erhalten sind. Innen wurde die Pfarrkirche ganz eingerüstet, damit die Netze für die Reparatur des Dachstuhls eingezogen werden können.

Beim Plattenbelag auf dem Vorplatz der Kirche beim Kriegerdenkmal zeigte sich, dass die Platten ohne Unterbau in einem dünnen Sandbett verlegt wurden. Der Erhalt des beschädigten Belages war deshalb sinnlos. Unterfangungsarbeiten mussten beim gesamten Kirchenfundament durchgeführt werden. Das größte Problem ist die mangelhafte Fundamentierung des Kirchturms. Zwischen Unterkante Fundament und tragfähigem Boden befinden sich Humus und Gräber, weil die Kirche einschließlich Turm früher von einem Friedhof umgeben war.

Gutachter eingeschaltet


Auf Weisung des bischöflichen Baureferats wurde deshalb ein Bodengutachter eingeschaltet. Nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse muss eine Bodenstabilisierung durchgeführt werden. Im Augenblick zeichnen sich dafür noch keine technischen Lösungen, aber erheblich Mehrkosten ab. Auch der Einbau von Spannankern ist offen, nachdem Bohrversuche am Westgiebel wegen der Hohlräume und Risse innerhalb des Mauerwerks scheiterten.

Obwohl der Bauzeitenplan zur Makulatur geworden ist, denken der Bauherr, die Pfarrei Moosbach mit Pfarrer Josef Most, und Architekt Mühlbauer schon an die weiteren Schritte. Soweit es geht, soll die Kirche eingerüstet und der Rohbau für die neue Sakristei noch heuer fertiggestellt werden. Auch das Abschlagen des Putzes wird eine Riesenarbeit. Ebenso die Reparatur des gesamten Dachkomplexes. Mit rund 1,5 Millioenn Euro ist die Außenrenovierung der Pfarrkirche veranschlagt. 900 000 Euro davon soll die Pfarrei aufbringen. Die Bevölkerung kann in einer Bausteinaktion zur Finanzierung beizutragen. Bis Juli 2017 muss die Außenrenovierung wegen des Heimatfests abgeschlossen sein.
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