Umgestaltung des Kurparks nimmt Formen an
Weiterhin ein „Tal der Ruhe“

Im ehemaligen Steinbruch an der früheren Straße von Moosbach nach Eslarn sollen kleinere Klettermöglichkeiten geschaffen werden. Die Eltern befürchten aber Unfallgefahren. Bilder: gi (2)
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Moosbach
27.01.2016
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Vor 25 Jahren hatte ein Steinmetzmeister aus Niederbayern kostenlos die Steine im Kurpark gesetzt. Nun sollen sie entfernt werden.

Die Debatte um den Umbau des Moosbacher Kurparks in einen Generationenpark geht weiter. Am Ende einer dreistündigen Diskussion im Rathaussaal gab es eine Reihe von Kompromissen.

In der vierten Informationsveranstaltung gingen Bürgermeister Hermann Ach, Geschäftsleiter Andreas Hofmeister und Architekt Siegfried Lösch aus Amberg am Montag erneut auf die Pläne zum Umbau des Kurparks "Gruberbach" als Anziehungspunkt für Tagestouristen ein. "Vielleicht gab es in der Vergangenheit einige Meinungsverschiedenheiten", bedauerte Ach. In der Sitzung am Dienstag, 2. Februar, hat nun der Gemeinderat das letzte Wort.

Der Rathauschef sprach die Möglichkeiten der Förderung des Projektes mit Zuschüssen von bis zu 70 Prozent an. Ziel sei es, dem Kurpark ein freundlicheres Gesicht zu geben und darin die Ruhe (deshalb von Urlauber auch "Tal der Ruhe" genannt) zu erhalten, gab das Gemeindeoberhaupt zu verstehen. Die Maßnahmen sollen noch heuer umgesetzt werden, damit der neue Kurpark im Heimatfestjahr 2017 zur Verfügung stehe. Punkt für Punkt erläuterte Lösch die Maßnahmen.

Weg instand setzen


Schon sein erster Vorschlag, die Eisengitter-Türen der 13 alten Vorratskeller gegen Holztüren auszuwechseln, stieß auf Widerstand. "Die Fledermäuse fliegen durch die Gitter, und auch die Kinder schauen neugierig durch die Gitter in den tiefen Keller", argumentierten die Kurparkfreunde. "Nur Holztüren dort, wo diese notwendig sind", schlichtete Ach. Der sehr frequentierte Weg vom Friedhof zum Kurpark soll instand gesetzt werden.

Nicht viel hielten alle Zuhörer vom Vorschlag des Planers, zum Kellerweg eine Treppenanlage einzubauen. Für das Dach der Golferschänke sollen erst Angebote eingeholt werden. Die Teilnehmer fragten sich, was mehr koste: Abstrahlen des Dachstuhls oder gleich Neueindeckung. Auch das Schicksal des unweit der Golferschänke liegenden Musikpavillons ist noch unklar. Wegen der Entfernung fehlt der Kontakt der Musiker zum Publikum. Die Bühne soll künftig in die Golferschänke integriert werden. Der Pavillon dagegen soll in eine Kinderspielecke und Infostelle für historische Daten umfunktioniert werden. Der Spielplatz für größere Kinder soll attraktive Geräten bekommen.

Steintische passen nicht ins KonzeptEinig waren sich dann alle Gesprächsteilnehmer, die Zufahrten zum Parkplatz an der Eslarner Straße zu teeren und den Zugang vom Parkplatz zum Kurpark-Hauptweg abzuflachen. Unter dem Parkplatz befinden sich viele Keller, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet wurden.

Die Standfestigkeit der Keller wird noch von einem Statiker überprüft. Kein Konsens kam zur künstlerischen Gestaltung zustande. Bei öffentlichen Bauten werden oft zwei bis drei Prozent der Baukosten für künstlerische Gestaltung hergenommen. Bürgermeister Hermann Ach empfahl, Oberpfälzer Künstler um Vorschläge zu bitten.

Architekt Siegried Lösch schlug die Beseitigung der beiden Steintische vor. Die vor 25 Jahren auf Vermittlung der Firma Stein Rappl aus Moosbach kostenlos von einem Steinmetzmeister aus Niederbayern gesetzten Exemplare passen nicht mehr in sein Konzept. (gi)

Die Minigolfanlage soll an der Westseite eine Zufahrt erhalten. Außerdem sollen die Beläge aufgewertet werden. Einverstanden waren alle Anwesenden, dass der Hauptweg des Kurparks eine Beleuchtung erhält. Auch an Tiere dachte der Planer. So sollen Ziegen, Schafe, Kaninchen, Gänse, Hühner und Enten eine Bleibe finden. Im Bereich des früheren Eisplatzes soll sogar eine Voliere für Vögel entstehen. In einem Niederseilgarten können Groß und Klein balancieren lernen.

Unfallgefahr steigt


Mit Skepsis verfolgten vor allem die Frauen die Pläne des Architekten bezüglich des ehemaligen Steinbruchs. Er will dort kleinere Klettermöglichkeiten schaffen, jedoch keine gefährliche Kletterwand. Im Steinbruch wurde im vergangenen Jahrhundert das Material für den Straßenbau von Eslarn nach Moosbach entnommen. Durch das Wegschneiden der Sträucher und Bäume nehme die Unfallgefahr für ihre Kinder zu, befürchteten die Bürgerinnen. Auch die Moosbacher Theatergruppe, die den Steinbruch als Bühne verwendet, hält Veränderungen nicht für erforderlich.

Einverstanden waren alle Gesprächsteilnehmer mit Strom- und Wasseranschluss sowie der Anschaffung von Möbeln für den Grillplatz. Investitionen stehen auch für die Aufwertung der Kneipp-Anlagen an. So ist an Liegemöglichkeiten, Fitnessgeräten, Armkneippbecken und Sitzauflagen am Beckenrand gedacht. Wasserspiele für Kinder sollen für Kurzweil sorgen. Über die Beschaffenheit der Fitnessgeräte gingen die Meinungen weit auseinander. "Wenn man den Park aufwerten will, müssen wir uns das was kosten lassen", meinte Architekt Lösch.

Umbau des NadelwaldsIn den vergangenen Monaten war die Abholzung des Fichtenbestandes der größte Streitpunkt. Architekt Siegfried Lösch räumte ein, dass der Plan, einen Kahlhieb durchzuführen, aufgegeben wurde und jetzt ein Umbau des Nadelwalds in einem Laubmischwald vorgesehen sei.

Bürgermeister Hermann Ach erklärte, dass über die Waldbewirtschaftung das Forstamt entscheide. Von dort sei ein forstlicher Umbau im Hinblick auf Gefahrensicherung, Käferbefall und Klimaschutz in die Wege geleitet. Im Mittelpunkt stehe dabei eine Auslichtung des Fichtenbestands und Bepflanzung mit Laubbäumen in Richtung Mischwald. "Dazu müsse Licht in den Bestand gebracht werden, damit sich der Unterbau entwickeln könne", wünschte sich der Rathauschef.

Der Wald solle auch für den Gartenmarkt und eventuelle Veranstaltungen im Winter (ähnlich wie in Friedrichshäng) fit gemacht werden. "Da bleibt dann nicht mehr viel stehen", befürchtete ein Zuhörer. Gemeinderat Josef Rauch hielt den Wald im jetzigen Zustand als besonders schön und geheimnisvoll für die Kinder. (gi)
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