Volkstrauertag in der Gemeinde Moosbach
Lehren aus Vergangenheit ziehen

Am Kriegerdenkmal in Etzgersrieth erinnerten die Bevölkerung, Soldaten sowie Vereine an die gefallenen und vermissten Soldaten der beiden Weltkriege. Bild: gi
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Moosbach
15.11.2016
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Beim Gottesdienst in Etzgersrieth sprach Geistlicher Rat Josef Most am Volkstrauertag von einer verlorenen Generation, die die ganze Last der beiden Weltkriege zu tragen hatte. Die Männer sehnten sich nach Frieden und wollten wieder gesund nach Hause kommen.

Etzgersrieth/Moosbach. Bei Gedenkfeiern am Wochenende in Heumaden, Tröbes, Etzgersrieth und Moosbach gedachten die Teilnehmer der gefallenen und vermissten Soldaten der Weltkriege. Die Kapelle "Bayrisch Blech" gestaltete den Gottesdienst in Etzgersrieth und zog anschließend mit dem Kriegerverein Etzgersrieth, den Feuerwehren Rückersrieth und Etzgersrieth, dem Schützenverein Etzgersrieth und der KLJB Etzgersrieth zum Kriegerdenkmal zum Dorfplatz.

Werte erhalten


Der Vorsitzende des Kriegervereins, Wolfgang Piehler, erinnerte an die großen Opfer der Gefallenen und Vermissten. Die Erbarmungslosigkeit, der Hass und die Feindseligkeiten gegenüber Menschen anderer Herkunft nannte der Sprecher für beschämend. "Wir müssen uns mit der Vergangenheit auseinandersetzen und die Lehre daraus ziehen", mahnte er. Es gelte, den Frieden unter allen Menschen zu sichern. Zweiter Bürgermeister Fritz Steinhilber rief zur Wachsamkeit auf, damit die christlichen Werte des Abendlands erhalten bleiben. Eine Abordnung der Bundeswehr Oberviechtach hielt die Mahnwache am Kriegerdenkmal. Beide Redner legten Kränze nieder.

In Moosbach begann der Volkstrauertag mit einer Messe, die Pfarrer Most in der Pfarrkirche zelebrierte. Die Moosbacher Blasmusik begleitete die Abordnungen der Feuerwehren Moosbach und Gröbenstädt, des Kriegervereins Moosbach, des VdK, der Schützengesellschaften Moosbach und Gebhardsreuth sowie die Gemeinderäte mit Bürgermeister Hermann Ach zum Kriegerdenkmal am Marktplatz. Für das wegen der Kirchenaußenrenovierung entfernte Kriegerdenkmal war neben der Musikschule ein provisorisches Holzkreuz aufgestellt. Soldaten der Bundeswehr Oberviechtach hielten Mahnwache. Josef Most betete für die Gefallenen und Vermissten. Ach sprach die noch heute sichtbaren Schatten der menschenverachtenden Nazis an. Ihre Spuren prägten noch viele Familien. Umso wichtiger sei, dass miteinander darüber geredet werde. "Wie sicher ist Deutschland?", fragte er angesichts des Terrors. Frieden in Europa sei im 21. Jahrhundert ein höchst fragiles Gut. Ihn zu wahren und zu verteidigen, sei eine große Herausforderung.

Hauptmann Enrico Paul vom 3. Panzergrenadierbataillon 122 Oberviechtach warnte vor dem Vergessen. VdK-Vorsitzender Konrad Lingl sprach die massenhaften Toten der beiden Kriege an. "Wir müssen trotz allem stolz sein, dass unser Volk aus der Not wieder auferstanden ist und seit über 70 Jahren in Frieden und Wohlstand leben kann."

Kränze niedergelegt


Lingl wünschte sich, dass vernünftige Politiker es schaffen, den Frieden zu sichern. Für die Krieger- und Reservistenkameradschaft Moosbach und Umgebung gedachte deren Vorsitzender Karl Liebl aller umgekommenen Soldaten. Alle vier Redner legten am Ehrenmal Kränze nieder.
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