Zeitreise ins Rokoko
Kleider machen Leute

Gewänder aus der Rokokozeit bewunderten die Besucher bei der Modeschau. Bilder: gi (2)
Vermischtes
Moosbach
04.10.2016
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Das Schloss Burgtreswitz war am Wochenende für drei Tage ein lebendiges Museum. Dabei bestaunten die Gäste Kleidungsstücke des 18. Jahrhunderts und Waffen.

Burgtreswitz. Bernhard Weigl aus Mantel hatte diese Zeitreise in das Rokokozeitalter organisiert. Viele Geschichtsdarsteller aus ganz Deutschland waren angereist. Mit dabei waren auch Mitglieder des Club Rocaille.

Die Vorsitzenden des Fördervereins Schloss Burgtreswitz, Peter Garreiss und Helene Bauer, freute sich über die zahlreich angereisten "Living-history"-Schauspieler, die das Schloss ins 18. Jahrhundert zurückversetzten. Der Besuch der Veranstaltung hätte am Samstag und Montag etwas besser sein können. Die Gäste waren aber von der Veranstaltung sehr beeindruckt.

Garreiss begrüßte besonders Baron Karl Reisner Freiherr von Lichtenstern aus Neusath (ein Nachkomme der Treswitzer Lichtenstern-Pfleger) und dessen Baronin. Bis auf die beiden Moosbacher Bürgermeister Hermann Ach und Fritz Steinhilber zeigte sonst keine Mitglied des Marktrats Moosbach ein Interesse an diesen historischen Geschehnissen in ihrem gemeindlichen Schloss.

Bequeme Anreise für Dame


Das Programm begann mit der Anreise des Landrichters und Pflegers Franz Ferdinand Reisner von Lichtenstern (1710 bis 1763), der von einer Reise nach München zurückkehrte und ein paar Jagdgäste mit nach Treswitz mitbrachte. Die Dame des Hauses wurde per Sänfte ins Schloss getragen. Im Schlosshof begrüßten die Diener die Gäste. Es folgten Erläuterungen des Gerichtsschreibers zur Stellung des Pflegers, der ein mächtiger Mann war.

Im Programm standen Modeschauen, in denen Darsteller Kleidungsstücke des 18. Jahrhunderts vorstellten. Mit per Hand nach Originalen geschneiderten Gewändern, ausschließlich aus Stoffen, wie sie zur Rokokozeit üblich waren, zeigten sie Kleidung vom höheren bis niedrigen Stand und vor allem auch die damals verwendeten Accessoires.

Besonders interessant waren die Vorträge zur Jagd mit anschließender Vorführung von Militär- und Jagdwaffen. Die Steinschlosswaffen krachten gewaltig, es roch nach Pulver und es stieg Rauch auf im Schlosshof.

Aufmerksam verfolgten die Gäste auch die Ausführungen zum Gerichtswesen. Anhand zahlreicher Urteile, aus denen Weigl zitierte, konnten sich die Besucher ein Bild von Schuld und Sühne machen. Nach der Einführung in den höfischen Tanz erklärten sich zahlreiche Paare bereit, sich auf das Parkett zu wagen. Die Akteure legten Wert auf größte Sorgfalt und Authentizität. Sie hatten zahlreiche wertvolle Originale dabei.

Nach dem offiziellen Programm trafen sich die Teilnehmer in festlicher Kleidung des 18. Jahrhunderts im neuen Saal des Schlosses zum Abenddinner, das die örtliche Gastwirtschaft lieferte und nach Kochgrundsätzen des 18. Jahrhunderts zubereitet hatte. Kurzweilig verliefen die Abende beim Klang der Laute sowie historischen Geschichten und Anekdoten.
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