Feuer in einem Reihenhaus
Achtjährige stirbt nach Brand

Bild: Dobler
Archiv
Nabburg
01.12.2015
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Ein achtjähriges Mädchen ist am Dienstag bei einem Brand in einem Reihenhaus „Am Pfeifferweiher“ ums Leben gekommen. Das Kind erlitt in dem dichten Qualm eine Rauchvergiftung und konnte nicht mehr reanimiert werden.

Der Alarm ging um 13.30 Uhr ein und umgehend eilten die Wehren aus Nabburg, Diendorf und Pfreimd zum Brandort, der in unmittelbarer Nähe der Umgehungsstraße (Kreisstraße SAD 28) in dem dicht besiedelten Gebiet „Am Pfeifferweiher“ lag. Auch das Rote Kreuz und Notärzte mussten gerufen werden, so dass binnen kurzer Zeit ungefähr 60 Retter vor Ort waren.

Zu den Einsatzkräften gehörte auch das Krisen-Interventionsteam, das den Vater (37) des Mädchens psychologisch betreute. Er war von besorgten Nachbarn in der Arbeit angerufen worden und kam sofort nach Hause, wo gerade seine Tochter von Atemschutzträgern der Feuerwehr aus dem verqualmten Haus geborgen wurde. Seine Ehefrau (38), der sechsjährige Sohn und ein Ersthelfer wurden leicht verletzt und mit dem Hubschrauber mit dem Verdacht auf Rauchvergiftung nach Regensburg gebracht.

Eine wichtige Rolle bei der Rettung des Sechsjährigen spielte ein beherzter Nachbar. Bei dem 64-Jährigen hatte die verzweifelte Mutter geläutet, die nicht mehr ins Haus zurück konnte. Der Mann nahm eine schweren Spitzhacke und brach in kurzer Zeit die Haustüre auf. Dann rettete er den Jungen, der sich im Gang aufgehalten hatte, aus dem Gebäude, und übergab ihn zunächst der Obhut einer weiteren Nachbarin.

„Ich habe gerade die Terrasse dekoriert und dabei einen Knall gehört“, berichtete eine Frau, die gegenüber des Brandhauses wohnt. „Dann sah ich ganz schwarzen Rauch aus dem Haus quellen.“ Die Polizei geht derzeit davon aus, dass es im Wohnzimmer zu einem Brand kam, der den dichten Qualm verursachte. Die genaue Ursache für das Unglück war am Dienstag noch nicht bekannt. Die Kriminalpolizei hat zwischenzeitlich die Ermittlungen übernommen.

Von der Feuerwehr drangen Retter in schwerem Atemschutz in das Reihenhaus ein – auch weil sie wussten, dass sich noch ein Kind im Haus befinden musste. Schließlich wurde das Mädchen, das in die zweite Klasse geht, im Erdgeschoss gefunden. Kurz vor 14 Uhr hat man sie leblos durch die Verandatür in den Garten getragen und den wartenden Notärzten übergeben. Das Sanitätsteam bemühte sich, die Achtjährige zu reanimieren, musste sich aber schließlich geschlagen geben.


Während die Feuerwehr mit Überdrucklüftern den Qualm aus dem Haus blies, wurden die Mutter und der Bruder des Mädchens untersucht. Auch sie hatten leichte Rauchvergiftungen davon getragen und so hat man sie vorsorglich mit dem Hubschrauber zur Weiterbehandlung nach Regensburg geflogen. Der Vater wurde psychologisch betreut.

Um die genaue Brandursache zu klären, werde am Mittwoch ein Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamtes den Brandort in Augenschein nehmen, teilte die Polizei am Dienstagabend mit. Die Obduktion des Leichnams werde voraussichtlich ebenfalls am Mittwoch stattfinden.
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