Alte Pflanzensorten im Museum

Der Verein "Arche Noah" setzt sich für den Erhalt alter Kulturpflanzen ein. Er nutzte die Gelegenheit, um darüber an den Ständen beim Frühjahrsmarkt des Museums zu informieren. Bilder: jua (2)
Freizeit
Nabburg
10.05.2016
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Die Gartenfreunde stecken schon seit Tagen in den Startlöchern. Das schöne Wetter animiert sie zum Tätigwerden. Da kam der Frühjahrsmarkt im Edelmannshof in Perschen gerade richtig. Die Naturliebhaber konnten sich dort mit Pflanzen eindecken - auch mit alten Sorten, für deren Erhalt und Weiterverbreitung sich ein gemeinnütziger Verein einsetzt.

-Perschen. Den Verein "Arche Noah" gibt es seit 25 Jahren. Seit tausend Jahren haben Menschen Pflanzen in Kultur genommen und gepflegt. Dabei entstand eine unglaubliche Vielfalt an lokal genutzten und angepassten Sorten. 75 Prozent sind seit 1900 für immer verloren gegangen. Nur noch etwa 100 Kulturpflanzenarten, von mehr als 4800 bekannten, machen 90 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelernte aus.

Gepflegtes Archiv


Das "Arche-Noah"-Samenarchiv bewahrt Samen, Knollen und Mutterpflanzen von circa 6000 gefährdeten Gemüse-, Getreide-, Zier und Ackerpflanzen, etwa 300 in lebenden Feldsammlungen. Durch die lange Lebensdauer von Obstbäumen konnten viele Lokalsorten die Zeit überdauern. Die meisten Bäume sind heute jedoch uralt und brauchen dringend Nachwuchs. Der Verein, der sich am Samstag beim Markt im Bauernmuseum präsentierte, arbeitet eng mit "Erhalterinnen" zusammen. Das sind Mitglieder, die in ihren Hausgärten oder Feldern Sorten aus dem Samenarchiv, aber auch Sorten, die sie selbst in der Nachbarschaft gesammelt haben, vermehren.

Einen Überblick zum Kulturpflanzenwissen erhält man über die Webseite des Vereins. Unter vielen Anleitungen und Berichten wird der Interessent über mehr als 200 Beschreibungen alter Sorten, die wichtigsten Fragen und Antworten zur Sortenwahl, Pflege und Nutzung informiert.

Einladend zum Kauf


Freilich kam am Markttag das Angebot von regionalen Gemüse-, Obst.- und Blumenpflanzen nicht zu kurz. Sämtliche Gemüsesorten von Artischocken bis Zucchini, Kräuter, Sträucher, Zier- und Balkonblumen wurden passend für die Anbaufläche, und vor allem noch den kalten Nächten trotzend, erstanden. Stände mit Naturprodukten, wie Honig, Liköre, Sirup, sowie die Geschmacksvielfalt von Kräuteraufstrichen oder gut duftenden Naturseifen verführten zum Probieren und Einkaufen.

Reges Treiben herrschte bei den Ausstellungen und den verschiedenen Vorträgen über "Pflanzenschätze im Freilandmuseum", "Lebensräume im Garten", "Gemüsesamen selbst gezogen", "Schätze aus dem Bienenvolk" und Informationen zu den Kulturen der Quitte und Haselnuss. Kreativ hergestellter Modeschmuck oder Filz- und Wollartikel durften bei dem Markt auch nicht fehlen. Ein besonderer Hingucker waren die originell dekorierten Holztafeln, Vogelhäuschen oder Kreuze, die Frieda und Josef Roith aus Schönsee eigens nach Perschen gebracht hatten. Das leibliche Wohl kam natürlich auch nicht zu kurz. Beim Genuss Oberpfälzer Schmankerl ließen viele Besucher den Markttag ausklingen.
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