Backnachmittag im Freilandmuseum
Leckereien aus der Oberpfalz

Am Schluss streut Anna Schmittner noch Zucker drüber - und fertig ist das Schmalzgebäck. Lecker! Da waren sich die Tester aller Altersgruppen schnell einig. Bilder: jua (2)
Freizeit
Nabburg
03.04.2016
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Wer Rosenküchel backen möchte, braucht die richtige Form dazu. Auf Flohmärkten oder im Internet ist sie oft noch zu finden.

"Wos Guats" aus der Oberpfalz gab es am Sonntag im Freilandmuseum in Neusath. Anna Schmittner zeigte den Besuchern, wie Schmalzgebäck entsteht und dann auch schmeckt.

Nabburg-Neusath. Bei schönstem Frühlingswetter genossen Spaziergänger die erwachende Natur. Auch das Freilandmuseum in Neusath konnte gestern viele Besucher verzeichnen. Besonderer Andrang herrschte im Kolbeckhof. Dort zeigte Anna Schmittner aus Hohentreswitz (Stadt Pfreimd) die Zubereitung und Herstellung von köstlichem Schmalzgebäck.

Der Duft von frisch zubereitetem Gebäck stieg einem schon beim Eintreten in die Bauernstube in die Nase. Der knisternde Holzofen strahlte viel Hitze ab, die auch Hobby-Bäckerin Anna Schmittner so richtig zum Schwitzen brachte. Trotz alledem erklärte sie den Zuschauern mit viel Freude das Zusammenmischen des Teigs und weitere Vorbereiten des Backens. Den ganzen Nachmittag über konnte man ihr bei der Backaktion über die Schulter schauen und natürlich auch gleich die Oberpfälzer Schmankerl probieren.

Das Interesse war groß. Die Besucher stellten Fragen über Fragen an die Köchin. Was nimmt man denn für ein Fett? Wie bekommen die Schoitenküchel und Rosenküchel ihre Form? "Was für ein Mehl wird dafür am besten hergenommen? Das alles wollte das Publikum ganz genau wissen.

Drei Varianten


Teil eins dieses Backnachmittags gehörte der Zubereitung von Schoitenküchel. Nach der Herstellung des Teiges rollte ihn die Spezialistin ganz dünn aus. Mit einem Teigrad schnitt sie Rauten her, machte in der Mitte ein Loch und zog dort das eine Ende durch. "Ich nehme das hoch erhitzbare Rapsöl zum Backen", erklärte Anna Schmittner während ihrer Arbeit, "da es leichter verdaulich ist". Leute, die mit Sodbrennen zu kämpfen haben, bestätigten ihre Aussage. Die fertigen Schoitenküchel, besiebt mit Puderzucker, hatten keine lange Zeit zum Abkühlen, da die Kostproben sofort verzehrt wurden.

Im zweiten Anlauf standen die Quarkbällchen auf dem Rezeptblatt, das sie extra für Nachmacher kopiert hatte. "Nehmt's koin Magerquark, sondern an Fetten", legte sie den Damen ans Herz. "Um so gehaltvoller, um so besser", fügte sie zum Leidwesen der kalorienbewussten Genießer hinzu. Eigene Erfahrungen in Bezug auf Schmalzgebäck wurden unter den Zuschauern sofort ausgetauscht.

Beim Herstellen der Rosenküchel im dritten Teil herrschte allerdings bei so manchen Leuten Ratlosigkeit. Eine aus Großmutters Zeiten ungewöhnliche Backform, nicht erhältlich im Haushaltswarengeschäft, sondern nur noch über Internet oder auf Flohmärkten, wurde von allen Seiten hochinteressiert beäugt. "Für dieses kunstvolle, sehr dekorative Backerzeugnis muss man viel Zeit mitbringen", sagte die Bäckerin schmunzelnd. Ist der Teig fertig (dazu grüner Kasten), so wird die in Fett heißgemachte Form benutzt. Nachdem jedes Stück einzeln gebacken wird, erfordert diese Technik natürlich viel Geduld.

Die Kostproben schmeckten den Besuchern sehr gut, so das sich viele einig waren, die Rezepte schon bald daheim nachzubacken.

RosenküchelEinen Teig aus 300 Gramm Mehl, vier Eiern, einem viertel Liter Milch, einem Päckchen Vanillezucker, einer Prise Salz, der abgeriebenen Schale einer Biozitrone sowie mit zwei Zentilitern Nusslikör oder Rum herstellen. Den dickflüssigen Teig eine halbe Stunde ruhen lassen. Ist der Teig fertig, so wird die in Fett heißgemachte Form zur Hälfte eingetaucht, damit in das heiße Rapsöl gegeben und geschüttelt, bis die daraus entstandene Rosette abfällt. (jua)
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