Campingplatz im Investitionsstau

Anke, Johanna und Pauline Jänsch aus Chemnitz sind auf der Durchreise nach München und kommen fünf- bis sechsmal im Jahr. Der Platz lebt jedoch von den Stammkunden, die ihren Wohnwagen dauerhaft in Perschen stehen haben. Bild: Hartl
Freizeit
Nabburg
28.05.2016
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Der Zweckverband für das Freizeit- und Erholungszentrum in Perschen erwägt, seinen Campingplatz zu privatisieren oder zu verkaufen. Doch bisher findet sich kein Interessent, der ihn betreiben möchte.

-Perschen. "Zukünftige Betriebsform des Campingplatzes": Eine Grundsatzdiskussion über dieses Thema stand auf der öffentlichen Tagesordnung der letzten Verbandsversammlung. Dazu hatten sich auch etliche interessierte Zuhörer - zumeist Camper - im Tagungslokal eingefunden.

Verbandsvorsitzender Armin Schärtl rief in Erinnerung, dass man ein Gutachten zur Zukunft des Campinggeländes in Perschen in Auftrag gegeben hatte. Dessen Verfasser empfahl, sich mit einem renommierten Zeltplatz-Betreiber in Verbindung zu setzen, was dann auch geschah.

Erste Defizite benannt


Der in der Branche erfahrene Geschäftsmann ließ wissen, dass seiner Meinung nach dieser Platz unter den aktuellen Bedingungen nicht wirtschaftlich zu führen wäre. Der Personalaufwand und der Investitionsstau - so wurde in der Sitzung berichtet - ließen sich unter den jetzigen Konditionen und Gebühren nicht bewältigen. Der eingeschaltete Gutachter wies zudem in einem ersten Sachstandsbericht darauf hin, dass eine Rezeption, ausreichend Plätze für Tagescamper und ein Wohnmobil-Hafen fehlen.

Was tun? Den Verbandsräten war aufgrund der Sachlage klar, dass es schwerfallen wird, einen Investor zu finden. Ebenso klar ist, dass der Inhaber dann nach einer Übernahme gewinnbringend arbeiten möchte und müsste. Der Zweckverband betreibt den Platz seit mittlerweile 44 Jahren, hat in dieser Zeit aber nicht gerade viel Geld investiert. Ohne Zweifel steht fest: Es besteht also Handlungsbedarf. Bevor Entscheidungen in die Wege geleitet und getroffen werden, möchte der Zweckverband die Meinungen seiner Kunden einholen. Auf Vorschlag des Nabburger Bürgermeisters Armin Schärtl soll eine Platzversammlung gehalten werden, in der vor allem die Dauer-Camper, die den Großteil der Platzkapazität belegen, auch ihre Bedürfnisse schildern können. Einstweilen bleibt der Zweckverband bei dem, was er zum Jahresende 2015 beschlossen hatte (wir berichteten): Professor Dr. Heinrich Lang, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Camping- und Ferienparkwirtschaft aus Tübingen, soll seine Expertise ausarbeiten.
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