Damit es nicht nur den Königinnen gut geht

Freizeit
Nabburg
31.03.2016
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Die Imker sind immer besorgt um ihre Bienen. Was ihnen dabei nützlich sein kann, war bei der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes zu erfahren.

/Wernberg-Köblitz. Interessante Neuigkeiten aus der Bienenhaltung gab es bei der Jahreshauptversammlung des Imker-Kreisverbandes, die in Wernberg-Köblitz stattfand, nicht nur für Imker zu hören. Auch Nichtmitglieder waren zum Vortrag des Fachberaters Erhard Härtl willkommen.

Gute Nachrichten im Bereich Faulbrut gab es für die Mitglieder von Bioimker Wolfgang Gleissner, einem der drei Gesundheitswarte im Landkreis, die auch bei Fragen zum Gesundheitszeugnis Auskunft geben können: nämlich keine. Damit das so bleibt, appellierte er an die anwesenden Imker, keine Waben zum Ausfressen aufzuhängen und leere Beuten mit alten Waben nicht herumstehen zu lassen.

Auf Gemüll achten


Höhepunkt der Jahreshauptversammlung war der Vortrag von Erhard Härtl, der sich mit Hilfe von farbenprächtigen und anschaulichen Bildern zusammen mit den Anwesenden auf "Spurensuche im Bienenvolk" begab. Wann ist ein Volk weisellos, wie ist es über den Winter gekommen, und wann ist der erste Schwarm zu erwarten? Genaues Hinschauen und Hinhören bringt oft mehr, als den kompletten Bienenkasten auseinanderzunehmen. Angenehmer für Bienen und Imker ist es allemal.

Aufschluss über Größe, Stärke, Sitz und Zustand eines Bienenvolkes bietet zum Beispiel schon eine einfache Gemülldiagnose. Trägt ein Volk keine Pollen für die Brut nach Hause, sollte man sich Gedanken um die Königin machen und das Vorhandensein von Jungbienen lässt sich im Frühling leicht durch die kleinen weißen Wachsschüppchen im Gemüll feststellen. Krankheiten und Räubereien lassen sich durch genaues Beobachten des Bienenvolkes oft frühzeitig erkennen. Vergiftungen durch den unsachgemäßen Gebrauch von Giften in der Landwirtschaft, sind zu vermuten, wenn plötzlich und bei allen Völkern gleichzeitig, tote oder flugunfähige Bienen vor dem Flugloch liegen.

Auch neue Schädlinge


Auch neue Behandlungsmittel gegen die Varroamilbe wurden vorgestellt, wie zum Beispiel die frei verkäuflichen "Mite Away Quick Strips" (MAQS), die für kleine Ableger allerdings nicht geeignet sind und mit einer verbesserungswürdigen Gebrauchsanleitung glänzen oder das seit Ende 2015 zugelassene Mittel Apitraz. Sehr gute Erfolge bei brutfreien Völkern soll ein Präparat auf Hopfenbasis namens "HopGuard" erzielen, dass durch die als gesundheitlich unbedenklich geltenden Betasäuren wirkt, in Deutschland allerdings noch nicht zugelassen ist.

Da die Zuschüsse für die Varroamittel im nächsten Jahr wegfallen, gilt es auch, sich Gedanken über künftige Bestellungen und das Aushandeln von Konditionen zu machen.

Neben neuen Mitteln im Kampf gegen die altbekannte Varroamilbe, der in diesem Jahr aufgrund des milden Winters, nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte, wurden auch neue Schädlinge vorgestellt. Bereits in Deutschland angekommen ist wohl Vespa velutina, die asiatische Hornisse. Im Gegensatz zu einheimischen Hornissen hat sie ihren Nestausgang seitlich, nicht unten und ein Nest kann bis zu 300 Königinnen beherbergen.

Vom Käfer verschont


Bisher verschont blieb Deutschland vom kleinen Beutenkäfer, der in Europa nur in Italien sein Unwesen treibt. Probleme könnte in Zukunft auch die Kirschessigfliege, Drosophila suzukii, machen - ein invasiver Schädling aus Asien, der reifende und reife Früchte befällt, wodurch süßer Fruchtsaft austritt. Steht keine Tracht zur Verfügung wird der süße, aber als Winterfutter ungeeignete Fruchtsaft von Bienen gerne gesammelt. In Obstanbaugebieten stellen dann auch die gegen die Kirschessigfliege eingesetzten Insektizide eine Gefahr für die Bienen dar.

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Weitere Informationen: www.lwg.bayern.de

1240 Königinnen der ImkerDer Imker-Kreisverband, zu dem die Ortsvereine Nabburg, Neunburg vorm Wald, Taxöldern-Fuhrn, Oberviechtach, Schönsee und Wernberg-Köblitz gehören und der im Juli dieses Jahres eine Imker-Lehrfahrt nach Doll in Tschechien plant, zählt 260 Mitglieder, die zusammen stolze 1448 Völker betreuen.

Die Belegstelle, die im vergangenen Jahr 96 kostenlose Weiselzellen abgegeben hatte und mit insgesamt 1240 Königinnen eine Begattungsquote von 82,3 Prozent erreichte, hat wieder ab 8. Mai bis 19. Juni geöffnet. Die Zuchtstoffabgabe erfolgt immer sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Die Abholung und Anlieferung von Königinnen erfolgt ab 12. Mai bis zum 15. Juli jeweils von 18 bis 20 Uhr. Nachzulesen sind die Öffnungszeiten auch in der April-Ausgabe des "Imkerfreund" und auf der Vereinshomepage. (miw)
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