Der größte Fanclub des FC Bayern

Die Bayern-Fans aus Nabburg und Umgebung sind bei jedem Heimspiel in der Allianz-Arena in München präsent. Gleich nach der Ankunft im Stadion wird jedes Mal das Banner des Fanclubs gut sichtbar in der Nordkurve platziert. Bild: hod
Freizeit
Nabburg
03.06.2016
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Es war ein herausragendes Ereignis in der Geschichte des Fanclubs: 2003 bekam er Besuch vom Bayern-Präsidenten Karlheinz Rummenigge. Bild: tib

Mit einem Kleinbus fing alles an - und nun ist der "FC Bayern Fanclub Nabburg/Oberpfalz" der größte auf der ganzen Welt. Ins Leben rief ihn Bernd Hofmann aus Nabburg. Er hält als Präsident die Hand über den Mega-Verein und bietet den Fans unvergessliche Fußballreisen. In wenigen Tagen steht ein Jubiläum an.

Schon als Kind hat sich Bernd Hofmann für Fußball, insbesondere den FC Bayern, interessiert. Als junger Beamter hatte er 1968 bei dem Spiel "Club" gegen FC Bayern seinen ersten Polizeieinsatz im Nürnberger Stadion. Dort "infizierte" er sich offenbar mit dem Fußball- und Stadionvirus. Die Begeisterung, Fußballspiele vor Ort zu verfolgen, wuchs mit der Eröffnung des Münchener Olympiastadions 1972. Die junge Familie Hofmann war mit Kindern gerne "live" am Ball, die erste Fahrt mit einem Neun-Sitzer-Kleinbus sollte bald folgen. Als damaliger TV-Fußball-Abteilungsleiter knüpfte Bernd Hofmann erste Kontakte zu den "Bayern". Er bekam immer wieder mal Freikarten, die er an die TV-Jugend weitergab. Zu damaligen Zeiten war das Olympiastadion nie ganz ausverkauft - heute ist das ganz anders.

Rummenigge zu Gast


Der erste Höhepunkt stellte sich 1999 ein. Mit zwei Bussen ging es nach Madrid zum Champions-League-Finale. Danach kam der Umbruch: Der TV-Fanclub wurde am 21. September 2001 zum "FC Bayern Fanclub" umbenannt und rechtlich abgesichert. 75 Mitglieder zählte er damals, und von Jahr zu Jahr kamen am laufenden Band immer mehr Fußballbegeisterte hinzu. Ein herausragendes Ereignis war es, als Karlheinz Rummenigge, selbst Mitglied im Fanclub, 2003 in die Nordgauhalle kam und zur großen Überraschung 500 Freikarten für ein CL-Spiel gegen RSC Anderlecht mitbrachte. Zwölf Busse machten sich dazu nach München auf den Weg.

An das "Traumspiel 2008" erinnern sich Bernd Hofmann (67) und seine Frau Vroni, die ihn immer voll unterstützt, ebenso gerne. Der Fanclub erhielt damals den Zuschlag, in Amberg ein Spiel gegen die Bayern-Profis auszurichten. Die Resonanz war riesengroß: Etwa 16 000 Anhänger durften fast den gesamten ersten Kader live erleben. Der Erlös ging an die FC-Bayern-Stiftung und Hilfsorganisationen. Den Höhepunkt erreichte die "Präsidentenkarriere" am 22. Mai 2010: Bernd Hofmann charterte einen Airbus A-320 einer tschechischen Airline nach Madrid zum CL-Finale gegen Inter Mailand. Hierfür verlangte man als Vorkasse stolze 90 000 Euro. "Da haben meine Frau und ich schon erst einmal geschluckt", kann er im Nachhinein darüber schmunzeln. Die 220 Plätze mussten unbedingt komplett an den Mann gebracht werden, damit der Betrag gesichert war. Aber auch diese Hürde wurde überwunden. Der Präsident wird es nie vergessen: "Meine Begrüßung begann aus dem Cockpit mit den Worten 'Here is not the captain, here is the president'."

Weltweit Mitglieder


Dem Fanclub ist es immer wichtig, dass jede längere Fußballreise auch ein gut zusammengestelltes Kulturangebot, in dem man Land und Leute kennenlernen kann, beinhaltet. So helfen Besichtigungen und Events auch mal über ein verlorenes Spiel hinweg. Über die Erlebnisse könnte Bernd Hofmann längst ein Buch schreiben. Alleine in der Spielsaison 2015/16 fanden Fahrten nach Athen, London, Manchester, Madrid oder Lissabon statt. Etwa 30 000 Kilometer Busreisen und 15 000 Flugkilometer kamen da zusammen.

Ein Ritual gehört dazu: Vor Beginn jeder Fahrt wird auf fünf Kriterien hingewiesen: Ordnung, Disziplin, Sauberkeit, Alkoholeinschränkung und Pünktlichkeit. Die Vorschriften werden ohne Murren akzeptiert, sie sind für Hofmanns Fußballreisen ein Markenzeichen.

Der Fanclub hat längst nicht nur Mitglieder aus der Oberpfalz. Aus ganz Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Amerika, Dänemark, Tschechien, Aserbaidschan und sogar Japan stehen Bayern-Fans auf der Liste. Sie halten gerne Kontakt nach Nabburg, auch wenn sie kaum vor Ort sein können. Am 12. Juni besteht Anlass zum Feiern: Insgesamt ist der Fanclub jetzt 25 Jahre alt. Beim Jubiläum auf Schloss Guteneck wird dann das 5300. Mitglied aufgenommen.
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