Der Siegeszug der tollen Knolle

Nach der Ernte gleich in den Dämpfer: Auch so können die Kartoffeln genießbar gemacht werden.
Freizeit
Nabburg
20.09.2016
45
0

Dem Regenwetter trotzend, fanden sich am Sonntagnachmittag vereinzelte Besucher zum Kartoffeltag im Oberpfälzer Freilandmuseum in Neusath ein. Zahlreiche historische Vorführungen und eine Museumsführung rund um die Knolle waren da geboten. Allerdings machte der Regen den Planern einen Strich durch die Rechnung.

-Neusath. Der Weg der "Erdäpfl" zum Hauptnahrungsmittel der Oberpfälzer war aber sehr lang, wie die Besucher bei der Sonderführung mit dem Titel "Kartoffel - Erdäpfl ham ma gestern g'habt, Erdäpfl ham ma heit" durch die Nabburgerin Irene Ehemann erfuhren. Interessierte Besucher begleiteten sie.

Königliche Anordnung


Die Kartoffel galt einst als "Essen der armen Leute", das man nur im Geheimen zu sich nehmen durfte. Dabei weiß man heute von den vielen Vorteilen, die das Gemüse hat. Wenn man es herkömmlich zubereitet, besitzt es fast kein Fett, enthält hochwertige Kohlenhydrate und Proteine, eine beträchtliche Menge an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Erst durch den Preußen-König Friedrich den Großen begann der Siegeszug der Kartoffel in Deutschland.

Aufgrund der ausbleibenden Weizenernte beschloss er 1746, die Bevölkerung dazu zu zwingen, Kartoffeln anzubauen. Als das nicht so recht klappte, ließ er auf einem eigenen Feld die verpönte Knolle anbauen, ließ das Feld bewachen, die Bevölkerung durfte aber zum Eigenbedarf ernten. So wurden die "Erdäpfl" schnell zu etwas Besonderem, und auch in der Oberpfalz wuchs die Begeisterung dafür.

"Princess" probieren


Um den Kartoffelanbau, die Ernte, die Aufbewahrung und Zubereitung zu erleichtern, wurden schon lange bevor es hochtechnisierte Maschinen gab, Erfindungen getätigt. Ausgestellt und vorgeführt wurden diese Gerätschaften. Die Besucher durften die museumseigen angebauten Erdäpfl der Sorte "Princess" auch gleich probieren. Sie wurden stilecht in einem Dämpfer gegart. Die Aufbewahrung erfolgte damals in einer Kartoffelmiete, und auch mit einem Kartoffelfeuer konnte man das rohe Gemüse genießbar machen.

Auch gab es eine Kartoffeldruckaktion. Die Kinder konnten aus den Kartoffeln ihren eigenen Stempel schnitzen und diesen mit verschiedenen Farben auf Papier drucken. Die Feldarbeiten fielen an diesem Tag aufgrund des regnerisch-nassen Wetters im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser.

Unter den Dächern


Bei einer Sonderführung "Durch die Dachstühle des Museums" führte Konrad Uschold, der ehemalige Bauhofleiter des Oberpfälzer Freilandmuseums, durch die Dachstühle des Museums, und gab einen kleinen Einblick in die Architektur der Bauernhäuser. Er stellte beispielsweise regionale Eigenheiten aus der Oberpfalz vor wie das Sparrendach oder das Pfettendach und deren technische Auswirkungen auf den Bau des Hauses.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oberpfälzer Freilandmuseum (31)Kartoffeltag (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.