Zwei Markt-Tage von A bis Z

Klatsch und Tratsch aus der Stadt gab es bei den Waschweibern zu hören. Bilder: Götz (2)
Freizeit
Nabburg
18.07.2016
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In welches Haus rennt Maus "Lilly"? Wenn die Prognose stimmte, bekamen die Besucher einen Preis.
 
Mittelalter trifft Moderne: Auch Figuren aus dem derzeitigen Kultspiel "Pokémon Go" trieben sich zwischen den beiden Stadttoren herum. Bild: Tietz

A wie "Apotheke" : Für jedes Zipperlein hatte der Stand am Oberen Markt das richtige Mittelchen: Das - manchmal hochprozentige - Angebot reichte von Tinkturen für gute Nerven bis hin zu Tropfen für Schönheit und Jugend oder einem Liebeselixier.

B wie "Blumenkränze" : Ein Renner bei jedem Mittelalterlichen Markt sind die geflochtenen Blumenkränze. Auch heuer sah man wieder viele Besucherinnen mit dem grünen Schmuck auf dem Kopf.

C wie "Castillon la Bataille" : Aus der Nabburger Partnerstadt reiste eine Delegation an und bot an ihrem Stand französische Weine an.

D wie "Drechslerschweiß" : Was beim "Nabburger Drechsler Symposium" feilgeboten wurde, klang auf den ersten Blick unappetitlich - war es aber eigentlich gar nicht: Hinter dem Namen verbarg sich schlicht Eierlikör.

E wie "Eingang" : An fünf Pforten - Mähn- und Obertor, Fleischtörl, Seyerleingarten sowie Dechantstufen - standen die Wachen und passten auf, dass die Besucher erst nachdem sie den Wegezoll entrichtet hatten, Zugang zum Markt bekamen.

F wie "Flöten" : Auf dem gesamten Marktgelände verteilt saßen Mädchengruppen und unterhielten die Marktbesuchern mit Liedern auf ihren Blockflöten.

G wie "Graben" : Zwischen Altstadt und Schule ging es rustikaler zu. Im dortigen Graben hatten die Rittergruppen für zwei Tage ihr Lager aufgeschlagen.

H wie "Helfer" : Während die Besucher feierten, mussten die Mitglieder der Hilfsorganisationen und der beteiligten Vereine arbeiten, um den Gästen schöne Stunden im Mittelalter bescheren zu können und bei Problemen rasch zur Hilfe zu kommen. Sie machten einen klasse Job.

I wie "International" : Bürgermeister Armin Schärtl gab sich bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste vom Rathausbalkon weltmännisch: Er hieß die Besucher aus anderen Ländern auch auf Französisch, Englisch, Spanisch und Tschechisch willkommen.

J wie "Jongleur" : Was wäre ein Mittelalterlicher Markt ohne Sepp Schabernack? Auch an den vergangenen beiden Tagen zog er mit Keulen jonglierend auf seiner Walze durch die Straßen der Altstadt und trieb seine Späße mit den Besuchern.

K wie "Kettenhemd" : Heute etwas aus der Mode gekommen, war das ritterliche Kleidungsstück vor Jahrhunderten absolut en vogue. Beim Mittelaltermarkt sah man einige Besucher, die dem schweren Schutzanzug zu einer Renaissance verhalfen.

L wie "Lilly, die Maus" : Was sind schon Pferderennen? Viele Besucher fieberten mit der kleinen Maus mit und hofften, dass sie in das Haus rennt, auf das sie vorher gewettet hatten.

M wie "Münzpresse" : Zu jedem Mittelalterlichen Markt gibt es eine spezielle Münze aus der Presse beim Stadtmuseum Zehentstadel. In diesem Jahr erinnerte sie an den ehemaligen Nabburger Bürgermeister Dr. Christian Hösl.

N wie "Nabburg" : Ein paar Worte zum Gastgeber müssen natürlich sein. Die Stadt hatte sich zum Fest prächtig herausgeputzt und betrieb Dank ihrer beim Fest engagierten Einwohner beste Werbung in eigener Sache.

O wie "Ochsenbraterei" : Der Ochsburger am Stand des Lions-Clubs im Koch-Garten war auch in diesem Jahr wieder ein Renner und ging in der warmen Semmel wie die sprichwörtlich selben weg: Pro Tag verspeisten die Besucher etwa einen kompletten Ochsen.

P wie "Petrus" : Er wird ja oft zu Rate gezogen, wenn es irgendetwas über das Wetter zu schreiben - respektive zu schimpfen - gibt. Doch jetzt muss man dem Apostel, dem gerne die Verantwortung für das Wetter zugeschoben wird, einmal ein ausdrückliches Kompliment machen. Am Samstag Sonnenschein, am Sonntag trotz etlicher Wolken milde Temperaturen: Besser geht es fast nicht. Über die paar Regentropfen am Sonntagvormittag breiten wir einfach den Mantel des Schweigens.

Q wie "Quiz" : Auch in diesem Jahr wartete natürlich ein Preisrätsel auf die Besucher. Zur Lösung mussten sie unter Beweis stellen, wie fit sie im Umgang mit geläufigen Redewendungen sind. Für den Gewinner gab es eine Gedenk-Medaille.

R wie "Rezepte" : Wer noch nicht genug von den kulinarischen Genüssen des Mittelalters hatte und Lust auf Knoblauch-Fisch-Suppe, Käsetaler oder Spinatpastete zu Hause hat, für den gab es Abhilfe: Ein Kochbuch mit mittelalterlichen Rezepten.

S wie "Schwertkämpfe" : Früher ein probates und gern genutztes Mittel, um Unstimmigkeiten auszudiskutieren, boten Ritter den Marktbesuchern einen kleinen Einblick in die Streitkultur vergangener Zeiten.

T wie "Turmführungen" : An beiden Tagen hatten die Gäste die Gelegenheit, die Stadt aus der Vogelperspektive zu sehen: Die Ministranten boten Führungen auf den Turm des Johannesdoms an. Oben angekommen boten sich atemberaubende Perspektiven.

U wie "Ur-Ur-Ur-Großvater" : Eine Reise zu den Ahnen konnten die Besucher beim Stammbaumzeichner unternehmen. Er malte Familiengeschichte auf und sorgte so für bleibende Erinnerungen.

V wie "virtuell" : Der Mittelalterliche Markt ist nicht nur ein Anziehungspunkt für die Menschen aus der ganzen Region: Auch Pokémon fanden scheinbar Gefallen an der Zeitreise und trieben sich zwischen den beiden Stadttoren herum. Dumm nur: Sie wurden meist schnell gefangen.

W wie "Waschweiber" : Die tratschende Truppe am Castillon-Brunnen stellte auch bei der Markteröffnung am Samstag ihr loses Mundwerk unter Beweis: Gerade, als Marktbürgermeister Karl Beer die Marktordnung verlesen wollte, wurde er von den Frauen unterbrochen. Sie starteten eine Lästerattacke auf den Rat. Beer aber kennt seine Pappenheimer und stellte die Damen mit ein paar Flaschen Ratsherrenschnaps ruhig.

X wie "XIV" : Der Mittelalterliche Markt war auch in seiner 14. (römisch: XIV.) Auflage ein voller Erfolg. Seit seiner Premiere im Jahr 1990 hat sich das Spektakel einen guten Namen weit über die Grenzen des Landkreises hinaus gemacht.

Y wie "Youtube" : Vor zwei Jahren warben Marktbürgermeister Karl Beer und Stadtoberhaupt Armin Schärtl noch per Youtube-Video im Internet für das Marktspektakel. In diesem Jahr suchte man dort allerdings vergeblich nach einer Grußbotschaft der Bürgermeister für das bunte Treiben in der Altstadt.

Z wie "Zackenflanke" : Mittelalterliche Folk-Music auf Schalmeien, Gitarren, Landsknechttrommel oder Röhrenglocken boten die sechs Musiker aus Ingolstadt bei ihren Auftritten. (tib)
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