Adventskonzert in der Pfarrkirche
Hörgenuss der Extraklasse

Kultur
Nabburg
12.12.2015
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Das "Athesinus-Consort Berlin" und die Weihnachtsgeschichte von Hugo Distler in der Stadtpfarrkirche Nabburg - das hieß: dem strahlenden Stern aus hellen Stimmen folgen.

"Musik zählt zu den schönsten Möglichkeiten, die Frohbotschaft, Christ ist Mensch geworden, weiterzutragen. Heute wird sie uns sogar zugesungen", verhieß Stadtpfarrer Hannes Lorenz den Konzertbesuchern in der Stadtpfarrkirche, darunter Vertreter der Stadt und der Pfarrei. Das gemeinsame Engagement, initiiert von "Musikmanager" Jonathan Brell, wurde mit einem Hörgenuss der Extraklasse belohnt - samt Zugaben und stehenden Ovationen.

1992 von Klaus-Martin Bresgott gegründet und seither geleitet, harmonieren im "Athesinus-Consort Berlin" benannt nach dem Komponisten L. L. Athesinus (um 1553 bis 1606), elf Persönlichkeiten in fünf Stimmlagen: Sopran, Mezzosopran, Alt und Tenor, dual besetzt, erheben sich auf der Basis dreier Bässe.

Von Nabburgs hervorragender Kirchenakustik getragen, verschmolzen sie zum grandiosen Klangerlebnis, voluminös als Chor und dann wieder kristallin in den Solopassagen. "Wie soll ich dich empfangen?" Das Auftaktwerk von Johann Crüger war vom ersten Ton an keine Frage, die Zuhörer wurden von der eindringlichen Kraft des musikalischen Ausdrucks schier überwältigt.

"Maria durch ein Dornwald ging" oder das "Deutsche Magnifikat" von Heinrich Schütz, teils begleitet von Arno S. Schneider an der Orgel, bereiteten im ersten Teil quasi den "Advent" für Hugo Distlers Weihnachtsgeschichte. Als hätte der aus Nürnberg stammende Komponist damals das Ensemble vor Augen gehabt und diese selbst die Ereignisse gerade erst hautnah erlebt, verwoben die Sänger die Erzählung um den zentralen Choral "Es ist ein Ros' entsprungen". Thomas A. Volle als Evangelist nahm die Besucher durch seine Stimme mit auf die Reise von der Verkündigung bis zu Simeon im Tempel, von den herz-beseelten Solosequenzen Marias, Elisabeths oder des Engels hinaus auf das Feld der Hirten oder zur Ankunft der Weisen. Kein Wunder, - oder doch? -, dass der Weg der Zuhörer, dem Vorbild der Könige folgend, heimwärts ein anderer war und mehr noch, nach diesem berührenden, außergewöhnlichen Konzerterlebnis, hin zur Krippe, sicher aber ein besonderer sein wird.
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