Ausstellung „Heimat deine Bauten“ im Donaueinkaufszentrum
Der lautlose Tod alter Häuser

Sie setzen sich für den Erhalt historischer Bauten ein: Dr. Maria Baumann, Dr. Birgit Angerer, Dr. Peter Morsbach und Thomas Zink (von links) bei der Eröffnung der Ausstellung im Donau-Einkaufszentrum. Bild: wo
Kultur
Nabburg
22.04.2016
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"Was weg ist, ist weg." Dr. Peter Morsbach mutiert mit dieser Aussage nicht zum Marktschreier - auch wenn bei seinem Auftritt als Kurator im Regensburger Donau-Einkaufszentrum durchaus so manches über den Ladentisch gehen kann. Die erste Anfrage nach einem zum Verkauf stehenden alten Hof kam bereits vor Eröffnung der Ausstellung "Heimat deine Bauten".

Regensburg/Neusath. Grundsätzlich aber ist die Nachfrage nach historischen Bauten - und die damit verbundene Bereitschaft zur Instandhaltung - eher mau. Und genau das ist das Problem. "Was weg ist, ist weg"- Peter Morsbach bringt damit vor allem eines auf den Punkt: Den in den Augen des Kunsthistorikers erschreckenden Verfall historischer Bausubstanz - auch in der Oberpfalz. "Der lautlose Tod der Oberpfälzer Hauslandschaften?" lautet denn auch der Untertitel der Ausstellung im Donau-Einkaufszentrum.

Morsbach hat die Ausstellung gemeinsam mit Dr. Maria Baumann vom Regensburger Diözesanmuseum konzipiert. Die Präsentation soll aufrütteln. Die Schau, die vorher bereits im Oberpfälzer Freilandmuseum in Neusath-Perschen zu sehen war, zeigt verschiedene Möglichkeiten hinsichtlich der Zukunft alter Häuser: Entweder den Verfall - oder aber die Pflege und somit den Erhalt eines Stücks Identität.

Pittoreskes Bild


Hier setzt auch der Appell Peter Morsbachs und seiner Mitstreiter an die Bevölkerung an: "Regionale Identität in einer von Globalisierung und Mobilisierung bestimmten Welt", lautet das Credo. Und zwar durchaus im Sinne eines allgemeinen Nutzens. Denn: Auch Wirtschaft und Tourismus hängen stark vom pittoresken Erscheinungsbild eines Ortes ab. Darauf verwiesen bei der Ausstellungseröffnung sowohl DEZ-Geschäftsführer Thomas Zink als auch Dr. Birgit Angerer vom Freilandmuseum Neusath-Perschen.

Während nun in Städten wie Regensburg oftmals Vereine für den Erhalt der historischen Substanz kämpfen, gibt es auf dem Land kaum vergleichbare Initiativen, weiß Dr. Angerer. Gemeinsam mit anderen Verfechtern des Erhalts historischer Bauten hat sie daher das Ruder übernommen.

Wert bewusst machen


2009 gründete sich ein Arbeitskreis unter dem Namen "Heimat, deine Bauten". Mit Symposien sollen Menschen zusammengebracht werden, "die mit Denkmalpflege zu tun haben, aber oft unterschiedliche Auffassungen vertreten". Vor allem aber soll der Wert der historischen Bauwerke bewusst gemacht werden. "Wir versuchen, zu zeigen, was man machen kann", so Angerer - "und dass romantische Ortsbilder immer noch das beste Aushängeschild sind". Auch die Ausstellung entstand im Zuge solch eines Symposiums. Gezeigt werden soll, dass ein altes Haus nicht den finanziellen Ruin bedeuten und die Denkmalpflege nicht unbedingt ein Feindbild sein muss.

Neben einigen nachgebauten Hauselementen zeigt die Ausstellung auch Fotos alter Häuser. Vom wunderbar restaurierten Traumhaus bis hin zum verfallenen Gehöft ist alles dabei. Die meisten der gezeigten Bauten sind allerdings in einem mehr oder weniger fortgeschrittenen Stadium des Verfalls. In drastischer Deutlichkeit zeigen gerade diese Bilder: Was weg ist, ist weg. Die Ausstellung "Heimat deine Bauten" ist bis zum 30. April zu den üblichen Öffnungszeiten im Donau-Einkaufszentrum zu sehen.
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