Gerhard Grünwald stellt im Schmidt-Haus aus
„Aha, das kenne ich doch“

Gerhard Grünwald stellt im Schmidt-Haus aus. Gerne gibt er seinen Gästen - wie hier bei der Vernissage - Erläuterungen zu seinen Werken. Am 11. Mai lädt er zur ganz persönlichen Ausstellungsführung ein. Bild: aub
Kultur
Nabburg
08.05.2016
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Architekten konstruieren Gebäude - statisch stabil, nutzorientiert, auftragsgemäß. Künstler skizzieren Häuser - ganz frei, luftig, schwungvoll, lebendig. Gerhard Grünwald kann das eine und liebt das andere - und zeigt letzteres aktuell in einer Ausstellung im Museum im Schmidt-Haus.

Manch einer der Vernissage-Gäste, darunter zweiter Landrat Joachim Hanisch - bekennender Kunstliebhaber, aber auch Schulfreund Grünwalds, mag angesichts des Einladungs-/Plakatmotivs jene Assoziation gehabt haben, wie sie Museumsleiterin Christa Haubelt-Schlosser in ihrer Laudatio aussprach: "Welch ein Wolkenkuckucksheim!" Ohne jede Bodenhaftung neigen sich die Gebäude, ganz expressiv, reduziert dargestellt. So nimmt Gerhard Grünwald manch trutzigem Motiv die Wehrhaftigkeit, um sie durch Farbe aufzufüllen. "Doch es entstehen eben keine ,Luftschlösser', Utopien ohne Realitätssinn, sondern seine ganz persönlichen, markant-reduzierten Ansichten".

Für den Betrachter fokussiert er sie durch das Passepartout noch auf einen unterhaltsamen Ausschnitt: "Meine Arbeiten stellen keine Therapieversuche und Probleme dar, was sollte auch schon therapiert werden, sie sollen Freude und den Aha-das kenne-ich-doch'-Effekt vermitteln", so seine Devise.

"Atmende" Körper


Diesem Motto folgt der in Amberg gebürtige und in Schwandorf lebende Architekt künstlerisch seit fast 25 Jahren. Er unterrichtete an der dortigen Berufsschule, ist Kreisheimatpfleger und mit seinen oft ausgezeichneten Werken "kreuz und quer" von der Oberpfalz bis Franken unterwegs. Zuweilen nutzt er malerisch ganz ähnliche Strukturen - ohne Zirkel und Lineal, praktisch aus dem Handgelenk -, betont aber zugleich: "Für mich sind Linien und Flächen wichtig, Senkrechte und Waagrechte, Kasteln als inneres Ordnungsprinzip. Die Farbe kommt wenn, dann erst im Anschluss hinzu." So erlangen Grünwalds Bauformen ab und an gar menschliche Züge, wenn Bildaufbau, dynamische Zeichnung und stellenweise diaphane Farbgebung aus den Häusern bewegte, "atmende" Körper mit anheimelnd sympathischem Wesen formen. "Auch architektonisch sehr schlichte Gebäude können bei aller faszinierenden Kargheit allein durch ihre ästhetische Anordnung große Kraft verströmen."

Wie Gerhard Grünwald diese Aussage in Bilder umsetzt, ist noch bis 26. Juni (Freitag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr) im Museum im Schmidt-Haus zu sehen oder am 11. Mai ab 19 Uhr von ihm selbst zu erfahren, wenn er zur ganz persönlichen Ausstellungsführung einlädt. Für dieses Künstlergespräch ist eine Anmeldung erbeten unter Telefon 0 94 33/20 46 39.
Meine Arbeiten stellen keine Therapieversuche und Probleme dar.Gerhard Grünwald
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