Jonathan Brell beendet Reihe der Orgelkonzerte
Virtuoses Finale

Spielte zum Abschluss der Orgelkonzert-Reihe in der Pfarrkirche: Jonathan Brell. Bild: aub
Kultur
Nabburg
13.07.2016
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Nicht nur im Fußball spielen die Besten ganz oben mit. Der Organist Jonathan Brell tut dies auch. Zu Recht! Dass er "seine" Orgel auf der Empore meisterlich beherrscht, stellte er beim Finale der Konzertreihe unter Beweis.

Wenn es um Kirchenmusik in Nabburg ging, war Jonathan Brell bisher meist Organisator und Moderator. Für das jüngste Konzert übernahm er nun selbst den spielerischen Part an der "Königin der Instrumente". Den Auftakt machte das kühn modulierte g-moll-Präludium von Dieterich Buxtehude, Lehrmeister Johann Sebastian Bachs, gefolgt von rasanten Fingerläufen in Felix Mendelssohn Bartholdys anspruchsvoller d-moll-Orgelsonate Nr. 6.

Es waren Jugenderinnerungen, die Brell mit dem sich anschließenden Werk verband: Geboren in Würzburg, bekam er ersten Orgelunterricht in Aschaffenburg und vollendete dann seine Fachausbildung in Bad Königshofen. Früh lernte er auch französische Orgelmusik kennen und lieben - leicht nachvollziehbar, Dank der geheimnisvollen Prélude von César Frank: Nebst revolutionären Akzenten schien die Orgel ein Schifferklavier zu imitieren und mit melancholischen Klängen aus der Kathedrale hinaus die Provence zu durchwandern.

Reger zum Höhepunkt


Seinen musikalischen Lieblingsbegleiter stellte der Musikus dann mit dessen Komposition "In memoriam" vor: Josef Rheinberger - Professor für Orgel und Komposition in München. Mit der Neufassung von Edward Elgars "Nimrod" aus den bekannten Enigma-Variationen näherte sich das Konzert dem Höhepunkt, der Introduktion und Passacaglia in d-moll von Max Reger, anlässlich dessen 100. Todestag. Aus tief vibrierenden Tönen schwingt sich seine Komposition zum harmonischen, nicht mehr steigerungsfähigen Klanggipfel empor.

Welcher Organist würde sein applaudierendes Publikum nun an diesem Punkt einfach so zurücklassen? Doch umso überraschender die Zugabe: Eine Improvisation des tschechischen Liedes über den National-Heiligen Wenzel - arrangiert und interpretiert von Jonathan Brell.
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