Neue Krippe für die Pfarrkirche

In der Pfarrkirche ist die neue, aus Südtirol stammende Krippe zu bewundern. Bild: bph
Kultur
Nabburg
24.12.2015
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"Die Krippe ist ein Ort grenzenlosen Willkommens für alle Menschen - egal ob sie Geschenke bringen, anbeten möchten, Hilfe ersehnen." Diese Offenheit sollte Beispiel sein, zeigt sich Stadtpfarrer Hannes Lorenz überzeugt, mit Blick auf die drei Könige, die aus fernen Ländern über viele Grenzen hinweg nach Bethlehem kamen. Die neue Krippe des Johannesdoms ist im Westchor zu bewundern.

Mit der Neugestaltung des Westchors wurde auch der alte Krippenkasten entfernt. Die neue Krippe sollte auf jeden Fall im Zentrum des Westchors ihren Platz finden. Und es war gesetzt, dass die orientalische Krippenkulisse von Oswald Zenker als "Stadt auf dem Berg" wieder zur Krippendarstellung gehören musste. Damit allerdings durften die neuen Figuren nicht "bäuerlich" sein, sondern mussten zur Zenker-Stadt orientalisch gestaltet werden. "Eine orientalische Krippendarstellung passt allerdings auch besser in so ein gotisches Ambiente", ist Pfarrer Hannes Lorenz überzeugt.

Nach langer Suche im Internet entdeckte der Seelsorger Krippenschnitzer im Grödnertal in Südtirol, die sich auf bekleidete Gliederfiguren spezialisiert haben. Sie sind 30 Zentimeter groß. Sie wurden nach den Vorgaben aus Nabburg vom Schnitzer bekleidet und "kaschiert", das heißt, den Stoff in Leim getaucht, damit die Falten halten. Kopf und Glieder sind holzgeschnitzt, die Tiere komplett. Dort, wo die Standardfertigung nicht gefiel, wurde die Figur nach Wunsch mit einem anderen Kopf, anderer Bekleidung und in anderer Haltung gestaltet. "Wir dürfen unsere Krippe also durchaus ein Unikat nennen, denn alle Figuren wurden in dieser Größe eigens für uns gefertigt", streicht Hannes Lorenz hervor.

Krippenbau nach Maß


Die Bestellung wurde am 7. Juni getätigt und bereits am 2. Oktober konnte die Krippe abgeholt werden. Alle Figuren hatten zu diesem Datum bereits einen Paten gefunden. Und mittlerweile sind durch Spenden für die neue Krippe auch bereits ein Großteil der Kosten für den Unterbau und die Technik gedeckt. Danach begann die Planung für den Unterbau und die Kulissen, die ab November gebaut wurden.

"Da auch noch der Wirt gesponsert wurde, war klar, der ursprüngliche Plan im ersten Jahr nur die Weihnachts- und Königsszene zu bauen, musste mindestens um eine Herbergssuche erweitert werden". Aus dieser Überlegung, führt der Pfarrer aus, wurden letztlich sechs verschiedene Szenen, die vom ersten Advent bis zum 2. Februar zu sehen sind.

Zusammen mit Familie Raab/Rimpler und Pfarrhausfrau Sabine Heyn wurden in vielen Stunden die Kulissen aus Styropor mit Krippenmörtel und unzähligen Kleinteilen gefertigt. Das Aufstellen begann zwei Wochen vor dem Advent, "weil beim ersten Mal ja alles noch neu ist". Dankbar zeigten sich die "Krippenbauer" für zahlreiche Zutaten für die Krippenlandschaft aus den Gärten der Pfarrangehörigen.

Zum ersten Advent stand die (doppelte) Verkündigung an Maria und Josef, danach war es die Herbergssuche, jetzt natürlich das weihnachtliche Geschehen. Zum 6. Januar folgt die Anbetung der Könige, anschließend ab dem 16. Januar die Flucht nach Ägypten und die Darstellung im Tempel von Jerusalem dann vom 22. Januar bis zum 2. Februar.
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