Schulleiter in der "Nabburger Runde"

Kultur
Nabburg
21.12.2015
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Sie ist schon seit Jahren eingeführt: Die "Nabburger Runde" der Schulleiter aus dem Raum Fensterbach, Nabburg, Pfreimd, Schmidgaden, Schwarzenfeld Wernberg-Köblitz und Schnaittenbach, die sich einmal jährlich zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch trifft. An Gesprächsstoff mangelte es nicht.

Bei der Zusammenkunft in der Bibliothek des Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasiums nahm der Bereich der Ganztagsangebote breiten Raum ein. Hierbei wurde über die Ausstattung dieser Einrichtungen mit Sachmitteln und Personal diskutiert. Erfahrungen mit unterschiedlichen Organisationsformen der offenen und gebundenen Angebote wurden erläutert.

Betont wurde auch die Bedeutung der Ganztagspädagogik in einer modernen Gesellschaft mit veränderten Familienstrukturen und Bedürfnissen. Wenngleich es zweifellos noch Optimierungsmöglichkeiten auf diesem Gebiet gibt, so ließ sich festhalten, dass die Schulen im genannten Einzugsbereich hier dank der bemerkenswerten Leistung der Lehrkräfte und des weiteren pädagogischen Personals schon sehr effektiv arbeiten und bedarfsorientiert aufgestellt sind.

Die Grundschulen verfügen in den ersten drei Lernjahren schon über Erfahrungen mit dem neuen Lehrplan-Plus, der an den weiterführenden Schulen mit dem Schuljahr 2017/18 eingeführt werden wird. Neu ist, dass neben der Wissensvermittlung die Kompetenzorientierung eine zentrale Rolle spielen soll. Auch wird erwartet, dass die Schüler sich stärker mittels einer Selbstreflexion mit dem Gelernten auseinandersetzen. Die angestrebte Feedbackkultur bezieht sich auch auf die Zusammenarbeit der Lehrkräfte untereinander.

Sprache am wichtigsten


Die Folgen der Migration für die schulische Arbeit wurden ebenfalls beleuchtet. Eine besondere Aufgabe kommt hierbei den sogenannten "Übergangsklassen" an den Grund- und Mittelschulen zu, in denen Kinder aus Flüchtlingsfamilien themenorientiert vor allem Deutschunterricht bekommen. Man war sich einig, dass der Erwerb der deutschen Sprache die wichtigste Voraussetzung für eine gelingende Integration ist. Bevor Schüler in den Regelunterricht eingegliedert werden können, muss eine intensive Sprachschulung vorausgehen. An Gymnasien leisten diese Aufgabe die Übungsklassen "InGym". Das Engagement der Lehrkräfte auf diesem Felde, aber auch in allen anderen Bereichen sei nicht hoch genug einzuschätzen.

Die Übertrittsregelungen von den Grundschulen an die weiterführenden Schulen waren ebenfalls Thema der Gesprächsrunde. Hierbei wurden die Informationsveranstaltungen für die Eltern der dritten Klassen sehr kritisch betrachtet. Den Eltern sollte verdeutlicht werden, dass es hierbei nur um eine Information zum gegliederten Schulwesen in Bayern geht; die eigentlichen Informationen zum Übertritt werden erst in der vierten Jahrgangsstufe thematisiert. Das Stadt-Land-Gefälle beim Übertritt ans Gymnasium wurde kurz angerissen.

Die Tatsache, dass die Notenbewertung an den Förderschulen abgeschafft wurde, kann eine gewisse Problematik bei der Rückführung von Kindern des Sonderpädagogischen Förderzentrums an die Regelschule, an der die Schüler dann wieder Noten bekommen, hervorrufen. Das Schriftbild der sogenannten bayerischen vereinfachten Ausgangsschrift wurde kritisch beleuchtet. Die Organisation der "Flexiblen Grundschule" war ebenfalls Thema der Besprechung. Dieses Modell bietet lernstarken und lernschwächeren Kindern eine optimale Förderung.

Sinnvolle Runde


Fragen rund um den neuen Busbahnhof in Nabburg und die Parkplatzsituation auf dem Nabburger "Schulberg" wurden eben so angesprochen wie die Problematik beim Abholen und Bringen der Kinder durch die Eltern.

Alle Anwesenden zeigten sich davon überzeugt, dass die "Nabburger Runde" als eine Art der Kooperation über die Schularten hinweg von großem Nutzen ist. Die Möglichkeit, sich im unmittelbaren Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen zu informieren, sich Anregungen für die eigene Arbeit vor Ort zu holen und Absprachen zu tät igen, wurde wieder einmal als positiv empfunden. Auch für das kommende Schuljahr verabredete man eine Fortsetzung dieser "Nabburger Runde".

Mittelstufe-PlusKurz erläutert wurde das Konzept der gymnasialen Mittelstufe-Plus, das ab dem Schuljahr 2017/18 flächendeckend an allen Gymnasien eingeführt werden kann und - auf freiwilliger Basis - den Schülern die Möglichkeit gibt, den Unterrichtsstoff der Jahrgangsstufen 8 mit 10 auf vier Jahre zu verteilen und so für eine Entschleunigung der Lernzeit ohne Nachmittagsunterricht zu sorgen. In den Pilotschulen wurde bayernweit von etwa 60 Prozent der Siebtklässler, die wählen durften, davon Gebrauch gemacht.
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