So schön klingen Blech und Saiten

Die jüngste Teilnehmerin am Musikantentreffen: Kerstin Gleißner (12) aus Wolfsbach.
Kultur
Nabburg
17.08.2016
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"Jessas, is's in Perschn schöi!" Unter diesem Motto lud das Freilandmuseum zum Musikantenstammtisch in den Edelmannshof ein. Instrumental und mit Gesang bereiteten die Mitwirkenden den zahlreichen Gästen einen unvergesslichen, bayerischen Abend.

-Perschen. Museumsleiterin Dr. Birgit Angerer begrüßte am Montagabend die Musikliebhaber und erzählte von Adolf Eichenseer, der vor etwa 20 Jahren den Musikantenstammtisch ins Leben gerufen hatte. "Leider", so habe er damals argumentiert, "findet die bayerische Kultur mehr oder weniger im Oberland statt". Doch seine Devise lautete von jeher: "Aber wir san a wer". Und die hat er stets in die Realität umgesetzt und die Oberpfälzer Kultur hochleben lassen. Irene Sebald, Moderatorin und zugleich Hackbrettspielerin der Stubenmusik "Geschwister Braun", las ein "selbst gestricktes" Gedicht zur Eröffnung des geselligen Musikabends vor.

Die Bläsergruppe "Bayrisch Blech" machte den Anfang und verbreitete ohne Verstärker mit "I bin fidel, fidel, fidel..., bis dass der Deifl holt mei oame Seel" schwungvolle Stimmung unter den Gästen. Etwas ruhiger ließen es die "Geschwister Braun" aus Diebrunn angehen. Klassiker wie der Dirndl- oder Hansl-Walzer oder das Volksmusikmedley "Erinnerung" hatten sie aus ihrem großen Repertoire dabei.

"I und Sie und Er" aus Regenstauf kehrten in ihrem bayerischen Liedgut beim Dirndl ein und forderten es zu romantischen Spaziergängen auf. "Während mir dou her gfoarn san, ham ma uns no Gstanzl und Witz ausdenkt", erklärte "Er" und hatte beim Vortrag die Lacher auf seiner Seite. Kerstin Gleißner aus Wolfsbach war mit ihren zwölf Jahren die jüngste Teilnehmerin. Ihr selbstsicheres Auftreten, welches das Publikum bewunderte, wurde mit viel Applaus honoriert. Bei Liedern, wie zum Beispiel dem bekannten "Voglbeerbam", forderte sie auf mitzusingen - und im Anschluss lobte die schmunzelnde, junge Blondine die Mitsänger: "Guat habt's es gmacht!"

Was man alles aus einem Akkordeon herausholen kann, das zeigte Manfred Frischmann aus Asbach. Er zog im wahrsten Sinne des Wortes alle "Register" und wurde am Ende mit großem Beifall belohnt. Nach der Pause machten sich die Musiker bereit und traten die zweite Runde an. Die Geschwister Braun luden zum Mitsingen und Mitschunkeln ein. Immer mehr Paare schwangen auf der Holzbühne das Tanzbein und konnten auch beim Zwiefachen der Blechbläser mithalten. Während der Umbauphasen erzählte Irene Ehemann aus dem Leben der Mundartdichterin Maria Schwägerl und las Anekdoten aus ihrer Sammlung vor. Am Ende des schwungvollen Abends spielten alle Teilnehmer das "Böhmerwald-Lied" und forderten alle Gäste auf kräftig mitzusingen.
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