Workshop mit Dirigentenprofi
Stetig besser werden

Orchesterarbeit ist Teamsport und sollte daher vor jeder Probe mit dem Aktivieren aller Teilnehmer beginnen, lautet das Credo von Professor Johann Mösenbichler (rechts). Bild: bph
Kultur
Nabburg
16.04.2016
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"Der gute Ton macht die Musik" ist nicht nur eine zu beherzigende Weisheit beim zwischenmenschlichen Umgang. Wer ein Instrument spielen kann, legt darauf besonderen Wert. Um den Noten den richtigen Ton zu geben, braucht es aber nicht nur einen guten Instrumentalisten, auch der Dirigent eines Blasorchesters ist dabei gefordert.

/Fensterbach. Wilhelm Busch hat es treffend formuliert: "Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden." Nicht nur aus diesem Grund hat der Kreisverband Schwandorf im Nordbayerischen Musikbund (NBMB) einen Workshop "Der Dirigent im Blasorchester" ausgeschrieben. Der Einladung von Vorsitzendem Joseph Ferstl und Kreisdirigent Anton Lottner folgten unter dem Motto "Wir wollen nicht perfekt werden - nur besser" 36 Interessenten. Weitere zwölf Musiker verstärkten den Kurs und sorgten so für eine ausgewogene Besetzung des Kursorchesters.

Lehrer für Dirigieren


Es war aber nicht nur die Thematik der beiden Workshoptage im Jugendheim Wolfring der Grund für das große Interesse, Kreisvorsitzenden Ferstl war es gelungen, den in Musikerkreisen bekannten und hoch geschätzten Professor Johann Mösenbichler zu verpflichten. Er ist Lehrer für Dirigieren an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz und war bis 2006 auch Lehrbeauftragter an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Hochkarätige Konzertauftritte, seine Arbeit als Gastdirigent, sowie umfassende Vortrags-, Lehr- und Jurorentätigkeiten führten ihn bereits nach Asien, in die Vereinigten Staaten und in zahlreiche Länder Europas. Gegenwärtig ist er auch Chefdirigent des Polizeiorchesters Bayern. Zielgruppe dieser zwei Kurstage waren neben den Dirigenten Registerführer, Ausbilder und erfahrene Musiker. In erster Linie ging es um die praktische Arbeit mit dem Kursorchester und die kontrollierte Dirigierarbeit der 14 aktiven Teilnehmer. Voraussetzung dazu war eine gehörige Portion Mut und natürlich eine eigene Dirigiererfahrung.

Kampf um gutes Image


Mösenbichler ist der Kampf um das gute Image der Blasmusik eine Herzensangelegenheit. So beinhalteten die Themenfelder des Referenten wertvolle Tipps und Tricks effizienter und motivierter Probenarbeit. Weiter ging es um moderne Klangarbeit mit den Fragestellungen: "Was ist Klang, Klangfarbe und Klangvorstellung?" Unter "Klangschönheit" versteht der Dozent die der einzelnen Instrumente, die eines Registers, die Ausgewogenheit zwischen den einzelnen Registern und von Akkorden sowie letztlich die klangliche Sensibilität auch im Schlagwerkregister.

Physikalische Aspekte durften nicht fehlen: die Orchesterbesetzung, die Stimmenaufteilung sowie die Aufstellung des Orchesters. Für Dirigenten sehr wichtig die drei Wörter "Hören, Zuhören, Wahrnehmung". Zulassen neuer, fremder Klänge, Neugierde und Kreativität müssen ihren Platz haben. Die klangliche Weiterentwicklung vorantreiben: homogen und lebendig, facettenreich und nuanciert, vielfältig und frei sowie modulationsfähig. Dem "schneller, höher und weiter" sollte bewusst entgegen gewirkt werden.

Schlussendlich kam der nicht zu unterschätzende Bereich des Coaching für Dirigenten und die Literaturkunde an die Reihe. Dieser Bereich "neue Werke von leicht bis mittelschwer" konnte aus Zeitgründen leider nicht mehr mit der gewünschten Intensität behandelt werden. In der abschließenden Feedbackrunde ermunterte Referent Mösenbichler die Dirigenten, mehr von den Musikern einzufordern und insbesondere deren Klangbewusstsein zu schulen. "Orchesterarbeit ist Teamsport ihr Dirigenten seid die Trainer". Die zwei lehrreichen Fortbildungstage endeten mit dem übereinstimmenden Wunsch nach einer Fortsetzung möglichst im kommenden Jahr.
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