618 Unterschriften für den Tunnel

Reinhard Gottschalk freut sich: 618 Unterschriften hat er bereits gesammelt. Sie will er bis Ende November im Rathaus überreichen und dann ein Bürgerbegehren für die Untertunnelung der Altstadt zur Beseitigung des Bahnübergangs starten. Bild: Tietz
Lokales
Nabburg
11.09.2015
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Für Reinhard Gottschalk ist eine Untertunnelung die beste Lösung, um die Bahntrasse aus dem Stadtbild verschwinden zu lassen. Dafür sammelte er in den vergangenen Monaten Unterschriften. 618 sind es bis jetzt. Gottschalk will ein Bürgerbegehren.

Der pensionierte Bauingenieur setzt sich seit Jahren dafür ein, dass bei der Beseitigung des Bahnübergangs sein Vorschlag umgesetzt wird - und nicht die Amtslösung oder die Vieregg-Rößler-Variante. Der Grund dafür liegt für Gottschalk auf der Hand: "Der Tunnelbau ist einfach die beste Lösung." Dadurch würden drei Bahnübergänge beseitigt, es wäre kein Lärmschutz mehr vonnöten und zu guter Letzt müsste oberirdisch nichts verändert werden. So wäre zum Beispiel keine BayWa-Ablösung notwendig, und auch die Naabbrücke könnte erhalten bleiben. "Es bleibt alles, wie es ist - und das ist der große Vorteil", unterstreicht der Initiator der Interessensgemeinschaft "Tunnelbau Nabburg".

Für sein Ziel hat Gottschalk von April bis Ende August in Apotheken, Geschäften und Arztpraxen in der Stadt Unterschriftenlisten ausgelegt. Mit ihrer Signatur erklärten die Unterzeichner ihre Unterstützung für die Interessensgemeinschaft. Ferner werden auf den Listen die Amtslösung sowie die Vieregg-Rößler-Variante abgelehnt sowie die Stadt aufgefordert, den Tunnelbau als gleichwertige Alternative zu behandeln. Insgesamt zählte Gottschalk 618 Unterschriften. Eintragungen sind aber nach wie vor in Arztpraxen oder bei ihm möglich. "Ich bräuchte noch mehr Unterschriften als Reserve und Unterstützer der Interessensgemeinschaft", betont er in einem Gespräch mit dem NT. Ende November will er den Ordner im Rathaus überreichen und ein Bürgerbegehren starten.

Zwei Kilometer lang

Dadurch, dass ein eventueller Tunnel möglichst weit vom Wasser entfernt gebaut werden müsste, wäre das Bauwerk Gottschalks Schätzungen zufolge etwa zwei Kilometer lang. Das würde seinen Mutmaßungen zufolge circa 70 Millionen Euro kosten. Dennoch hätten die Kostenträger - die Bahn, der Bund und der Freistaat Bayern - seiner Meinung nach auch Vorteile, wenn sie für die Untertunnelung der Stadt tiefer in die Tasche greifen müssten als bei den beiden anderen Varianten.

So wolle die Bahn zum Beispiel ihre Strecken möglichst begradigen, damit sie schneller darauf fahren könne - und genau das wäre für Gottschalk durch den Tunnel gegeben. "Das wäre ein Vorteil für die Bahn, der die hohe Investition rechtfertigen würde", sagt er. Auch der Bund könnte ein Interesse an der unterirdischen Lösung haben. Stichwort: Umweltschutz. Seinen Vorstellungen zufolge hätte deshalb nicht die Stadt zwangsläufig die Mehrkosten zu einer der anderen Alternativen zu tragen.

Fahrt nach Erlangen

Am 26. September hat Gottschalk eine Fahrt nach Erlangen organisiert. Die Teilnehmer können dort beim "Tag der offenen Tunnelröhre" einen rund 300 Meter langen Eisenbahntunnel begutachten und sich Infos einholen. Busabfahrt ist um 7.30 Uhr an der Nordgauhalle, die Rückkehr gegen 16 Uhr. Die Busfahrt ist kostenlos; Anmeldungen sind unter Telefon 09433/6209 ab 19 Uhr möglich.
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