Abschleifen soll helfen

Hinter dem linken Eingang der Volksschule (unser Bild) findet sich jener Gang, den das Sonderpädagogische Förderzentrum Nabburg angemietet hat, um dort unterrichten zu lassen. Einige Klassenzimmer können aber derzeit nicht genutzt werden, weil der Verdacht einer Schadstoffbelastung der Luft besteht. Bild: Dobler
Lokales
Nabburg
21.11.2014
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Vor eineinhalb Wochen gab es in der Volksschule eine Krisensitzung, weil Lehrerinnen und pädagogisches Personal einige Klassenzimmer für Schadstoff belastet halten. Zwischenzeitlich hat eine Art Sanierung begonnen.

Von einem "chemischen Geruch" in einigen Klassenzimmern war die Rede und von massiven körperlichen Beeinträchtigungen - Halsprobleme, Kopfweh, tränende Augen und mehr fanden sich auf der Beschwerde-Liste der Lehrerinnen (wir berichteten). Dr. Wolf Mehrer vom gleichnamigen Umweltanalytischen Labor in Zeitlarn bei Regensburg hat daher Messungen an der Schule vorgenommen, unter anderem auf das Gas Formaldehyd. Mehrer glaubt aber nicht, dass Formaldehyd der Auslöser der Beschwerden sei. Er lenkte den Blick auf die Böden und die Art ihrer Reinigung mit Mitteln mit ätherischen Ölen. Sein Vorschlag: Anders reinigen und in einem der Räume probeweise den Boden abschleifen, um zu sehen, ob das Problem mit der Boden-Versiegelung zu tun hat.

Dieses Abschleifen der Versiegelung fand jetzt in einem der Zimmer statt, das als besonders auffällig galt. Außerdem soll die Luftfeuchtigkeit in den Räumen beobachtet werden, so dass eventuell Luftbefeuchter angeschafft werden. "Wir müssen eine Lösung auf den Tisch bekommen, die für alle gut ist", wünschte sich Mehrer. Ihm war klar, dass es "Leute gibt, die sensibler reagieren und das muss man akzeptieren". Nachgemessen müsse noch werden, was die Belastung mit Schimmelpilzsporen anbelangt. "Da die Empfehlungswerte überschritten wurden, wurden bereits Feinreinigungen durchgeführt. Der Reinigungsaufwand wurde intensiviert", sagte der Gutachter.

Bei einer Begehung nach der Krisensitzung wurden zwei der drei Räume als "nicht auffällig" bezeichnet. "Der Geruch war plötzlich verschwunden", wunderte sich eine Teilnehmerin, "das war dubios". Ihrer Vermutung: "Dass vorher extra gelüftet wurde."

Ziel ist, die Räume bald wieder beziehen zu lassen, vielleicht schon nächste Woche. "Wir brauchen Klassenzimmer, die in der Lage sind, normalen Unterricht zu gewährleisten", betonte Oliver Vogel für das Sonderpädagogische Förderzentrum, das in der Volksschule auch jene Räume angemietet hat, um die es nun geht. Überlegungen, die Förderklassen wieder aus der Volksschule abzuziehen und in die Stammschule auf dem Rotbühlring zurückzuholen, möchte Vogel nicht nachgehen. "Wir wollen in der Volksschule bleiben", betonte er im Gespräch mit dem NT.
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