Am Ende eine Katastrophe

Im Mittelpunkt des Volkstrauertages stand eine Gedenkfeier an der Gedächtnisstätte in der Nikolauskirche. Unser Foto zeigt dort (von links) Karl Böhm, den zweiten Vorsitzenden der SuKK Nabburg, Kaplan Christian Blank sowie die Bürgermeister Armin Schärtl, Kurt Koppmann und Heidi Eckl. Bild: ral
Lokales
Nabburg
18.11.2014
37
0

Die 100. Wiederkehr des Ausbruchs des ersten Weltkrieges stand im Mittelpunkt der Gedenkrede, die Bürgermeister Armin Schärtl zum Volkstrauertag hielt. Dabei verlas er die Namen jener Nabburger, die in diesem Krieg ihr Leben lassen mussten.

Die Feierlichkeiten zum Volkstrauertag begannen mit einem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche, den Kaplan Christian Blank zelebrierte. Anschließend zogen die Vereine mit ihren Fahnenabordnungen, Bürgermeister und Stadtrat, angeführt durch die Jugendblaskapelle, zum Kriegerdenkmal in der Nikolaus-Kirche im Stadtteil Venedig. Dort angekommen, beleuchtete Bürgermeister Armin Schärtl die Situation vor 100 Jahren in der Stadt. In Nabburg gab Regierungspräsident von Aretin am 1. August 1914 die Verhängung des Kriegszustandes für das Königreich Bayern bekannt. Auch in Nabburg herrschte damals wie überall in Deutschland und in Europa eine wahre Kriegseuphorie.

Aus den Nacherzählungen von Johann Eimer zitierte Schärtl. Am 3. August 1914 gab es für die Einberufenen im Sterngarten eine Abschiedsfeier; mit Blasmusik und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurden die jungen Soldaten zum Bahnhof begleitet. Auf vielen Reichsbahnwaggons stand "Jeder Schuss ein Russ! Jeder Stoß ein Franzos!" Nüchtern und pragmatisch lautete die Losung: Das Vaterland ist in Gefahr. Wir müssen es retten. Massenweise und mit Begeisterung zogen junge Männer in den Krieg. Alle glaubten, an Weihnachten wieder zu Hause zu sein. Ein Trugschluss wie sich rasch heraus stellte; nicht nur für die Soldaten an der Front war dieser Krieg unerträglich und grausam geworden, sondern auch die Zivilbevölkerung in der Heimat litt sehr darunter. Am Ende waren in Deutschland zwei Millionen gefallene Soldaten zu betrauern. Aus der Stadt Nabburg waren es 60, aus der Gemeinde Diendorf 35 und aus der Gemeinde Brudersdorf 20. Da es keine Tafel gibt mit den Namen der Nabburger Gefallenen aus dem ersten Weltkrieg, verlas Schärtl deren Namen.

Anschließend legte er am Ehrenmal zwei Kränze nieder. Die Bayerische Bereitschaftspolizei stellte während der Zeremonie die Ehrenwache. Anschließend sprach Kaplan Blank noch ein Totengebet. Mit dem Lied "Vom Guten Kameraden" und der Nationalhymne endete der Trauertag.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8194)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.