Annegret Hottner stellt das Arche-Noah-Prinzip vor
Patin für Gemüse

Lokales
Nabburg
11.04.2015
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Annegret Hottner aus Schwandorf sprach auf Einladung der Bund Naturschutz-Ortsgruppe Nabburg im Schmidt-Haus und sie stellte dabei mit vielen Bildern ihren eigenen großen Garten vor. Nach einigen Jahren Gartenerfahrung und auf der Suche nach ausgefallenen oder geschmackvolleren Gemüsesorten, wurde sie auf "Arche Noah" aufmerksam, einen gemeinnützigen Verein mit Sitz in Österreich, der sich für den Erhalt und die Weiterverbreitung alter Sorten einsetzt.

Mittlerweile besitzt die Referentin für einige Gemüsesorten eine sogenannte Patenschaft. Damit verpflichtet sie sich, diese Gemüsesorten anzubauen und dabei auf Sortenreinheit zu achten, um so die Keimfähigkeit und Reinheit des Saatgutes weiterhin zu gewährleisten. Viele dieser alten Sorten sind mittlerweile nicht mehr überall erhältlich.

Früher gab es eine viel größere Vielfalt an Gemüsearten oder auch Gemüsesorten. Vieles davon ist vom heute üblichen Markt verschwunden. So müssen heutzutage Tomaten lange lagerfähig, platzfest, resistent, in der industriellen Landwirtschaft leicht zu ernten sein und noch manch anderes, allerdings bleibt dabei leider meist der Geschmack auf der Strecke. Viele dieser alten Sorten sind nicht für die industrielle Landwirtschaft geeignet, dafür schmecken dann aber Bohnen intensiv nach Bohnen, das Gleiche findet man auch bei den Erbsen.

Das ständige Aussäen und die Reinhaltung des Saatgutes ist nicht immer einfach. So gibt es manche Sorten, die sich schnell mit anderen kreuzen. Damit dies nicht passiert, werden sie entweder unter Vlies kultiviert oder man baut nur eine Sorte an. Gar manches Gemüse, etwa der Kohl, bildet erst im zweiten Jahr seine Samen. Im Spätherbst werden dafür die 15 schönsten Köpfe in eine Wanne mit Sand gepflanzt und frostfrei aufbewahrt. Jetzt gilt es, die Köpfe regelmäßig auf Schimmelbefall zu kontrollieren und erkrankte Blätter zu entfernen. Meist überleben nur zehn Pflanzen den Winter im geschützten Keller. Diese werden im Frühjahr wieder in den Garten gepflanzt. Nun gilt es zu verhindern, dass zur gleichen Zeit andere Vertreter der Kreuzblütlerfamilie blühen, um eine ungewollte Kreuzung zu verhindern. Wenn die Samen dann ausgereift sind, werden sie geerntet, gesäubert und anschließend trocken aufbewahrt.

Anders sieht die Samengewinnung bei den Tomaten aus. Tomaten, aber auch Gurken, haben um ihren Samen eine glibberige Schicht, die dessen Keimung verhindert. Nach dem Ernten der Samen legt man diese in einen Teller mit etwas Wasser. Nach ein paar Tagen, in denen eine Gärung stattfindet, kann die Glibberschicht leicht unter fließendem Wasser abgewaschen werden. Nun müssen auch diese Samen wieder sorgfältig getrocknet und in dichtschließenden Gefäßen aufbewahrt werden.

Warum es sinnvoll ist, alte Gemüsesorten zu erhalten, erklärte die Referentin anschließend recht ausführlich am Prinzip der F 1-Hybride. Diese Sorten sind vor allem in der Landwirtschaft vertreten. Der Nachteil dieser Hybride ist, dass die Samen dieser Pflanzen meist steril sind.
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