Ausstellung von Oswald Zenkers Krippen im Stadtmuseum Zehentstadel
Herbergsvater für Maria und Josef

Lokales
Nabburg
30.11.2015
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Mit seinen Krippen wurde er für Maria und Josef gleich hundertfach zum "Herbergs-Vater": Oswald Zenker. Das Stadtmuseum Zehentstadel ehrt ihn jetzt mit einer Sonderausstellung. Am 20. November 1922 in Langlamnitz geboren, prägten bald Kriegsgefangenschaft und Heimatverlust den jungen Mann aus dem Sudetenland. Verständlich, dass ihm als "Spätheimkehrer" die baldige Heirat mit seiner Frau Hermentraud und - nach langer Odyssee durch halb Deutschland - der endgültige Wohnsitz in Nabburg besonders viel bedeuteten. Rasch begann er sich neben seiner BGS-Karriere zielstrebig auch öffentlich zu engagieren - in der Kommunalpolitik, der Pfarrei und im Vereinsleben. Die vermisste "heile Welt" und ein Betätigungsmetier jenseits disziplinierter Gesetzmäßigkeiten fand Oswald Zenker in seinem Hobby-Keller. Bis zu seinem Tod 2010 widmete er sich dort mit großer Leidenschaft dem Krippen- und Modellbau - fantasievoll, detailliert, raffiniert, bautechnisch kreativ und versiert.

Die Zahl der in 50 Jahren entstandenen "Werke" lässt sich trotz eines Karteikastens mit einigen Fotos, Namens- und Fertigungslisten nur schätzen. Zu den markantesten Auftrags- oder aus persönlichem Interesse entstandenen Arbeiten zählen das Schloss Schwarzenfeld, die Gnadenkapelle Altötting, die Nabburger Hütte, das "Frauenbrünnl" in Straubing oder das heimische, gleich "nebenan" im Naabtal. Natürlich konnte die Geburt Jesu auch in historischen Gebäuden, wie Ober-, Mähntor oder Pfarrkirche, im musealen Egerländer- oder dem Edelmannshof in Perschen Platz finden. Für die Ausstellung wurden Beispiele verschiedenen Alters, aller Stilrichtungen und Variationen von privaten Leihgebern zusammengetragen - bis hin zu jener Wandkrippe samt Regensburger Stadtsilhouette, die einst Alt-Bischof Manfred Müller zugedacht war.

Bis 10. Januar ist die Ausstellung jeweils von Freitag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr (außer am 25./26. Dezember und am 1. Januar) geöffnet. Am Mittwoch, 2., 9. und 16. Dezember ist sie jeweils von 17 bis 20 Uhr und am 6. Januar von 14 bis 17 Uhr zu sehen.
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