Buch mit alten und außergewöhnlichen Rezepten
Imagepolitur für die Erdäpflpfalz

Der Verlagsleiter des Buch & Kunstverlags Oberpfalz, Wolfgang Benkhardt (links), präsentierte das Buch "Erdäpfl, a so a Freid" mit neuen und alten Kartoffelrezepten aus der Oberpfalz. Mit im Bild Museumsleiterin Dr. Birgit Angerer und Schriftsteller Rolf Stemmle (rechts) aus Regensburg. Bild: ohr
Lokales
Nabburg
24.09.2014
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Im Freilandmuseum Neusath-Perschen drehte sich alles um die Kartoffel. Kaum zu glauben, wie vielseitig Erdäpfl zubereitet werden können.

Wer alte und außergewöhnliche Rezepte sucht, ist mit dem Buch "Erdäpfl, a so a Freid" gut beraten. Mit einem Vers aus der Feder eines Unbekannten - "Die Oberpfalz, erdäpflreich, dös is mei Heimatland. Aus Spott nennt mas Kartoffelpfalz, der Nam is weit bekannt" - stellte es der Verlagsleiter des Buch & Kunstverlags Oberpfalz, Wolfgang Benkhardt, bei einem bunten Abend rund um die Kartoffel vor.

Aus dem einstigen Arme-Leute-Essen ist längst eine kulinarische Spezialität geworden, erklärte der Referent. Das 2013 neu aufgelegte Kartoffelbuch polierte das Image der "Erdäpflpfalz" kräftig auf. Aus weit mehr als 1000 Oberpfälzer Rezepten ist das Buch entstanden. Die erste Auflage mit 5000 Stück war im Nu vergriffen.

Das Werk spannt den Bogen von Spouzn und Schoppala über Kreationen wie Erdäpflpizza und ungarische Paprika-Kartoffeln bis hin zur Erdäpfl-Tortilla. "In kaum einer anderen Region gibt es so viele, so ungewöhnliche und so abwechslungsreiche Rezepte", stellte Museumsleiterin Dr. Birgit Angerer treffend im Vorwort fest. Das Buch passt ideal ins Jahresmotto des Oberpfälzer Freilandmuseums: "Zum Eß'n mou alles zamkumma". Dr. Birgit Angerer zeigte beim bunten Abend auch, wie Kulinarisches mit Literatur und Musik rund um die Kartoffel in Einklang zu bringen ist. Sie hieß im Veranstaltungsgebäude zum Thema "Erdäpfl in der Früah" mit dem Untertitel "Ein buntes Programm rund um die Kartoffel" die Mitwirkenden sowie Ehrengäste und die zahlreichen Besucher des Abends willkommen. "Die Kartoffel spielt in der Oberpfalz eine große Rolle", so die Rednerin.

Dr. Angerer übergab das Wort an den Regensburger Schriftsteller Rolf Stemmle - bekannt durch Theaterstücke, Prosa und Erzählungen nach Opernhandlungen. Kurzweilig beleuchtete der Autor den Weg der Kartoffel von Südamerika nach Europa und in die Oberpfalz. Er ging auf die großen Schwierigkeiten ein, den Wert der Kartoffel publik zu machen, wurde sie doch anfangs als minderwertig eingestuft. Stemmle beleuchtete aber auch den einsetzenden Siegeszug.

Aus dem Kartoffelroman

Im lyrischen Teil gab der Schriftsteller Texte der bekannten Dichter Wilhelm Busch, Joachim Ringelnatz und Johann Wolfgang von Goethe zum Besten: "Morgens rund. Mittags gestampft. Abends in Scheiben. Dabei soll's bleiben. Es ist gesund." Als vielseitig begabter Künstler verfasst Rolf Stemmle auch Musikstücke. Der Tonkünstler schrieb für die Veranstaltung eine neue Komposition: Variationen zum Volkslied "Erdäpfl in der Früah". Die beiden Musikinterpreten Susanne Hoffmann (Alt-Blockflöte) und Benedikt Dreher (Fagott) überzeugten durch ihren präzisen, leidenschaftlichen Vortrag. Mit einigen Kapiteln aus dem "Kartoffelroman" von Ernst Penzoldt setzte Schriftsteller Rolf Stemmle einen weiteren Höhepunkt.

Die Gartenfachfrauen hatten für den Abend kleine Kartoffelschmankerln zubereitet: unter anderem Erdäpflkäsbrote, Kartoffelsuppe mit Schnittlauch und geröstetem Brot sowie Bröslschmarrn, Apfelkompott und Zimtzucker. Auch Holler- und Preiselbeerwasser mundeten.
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