Bürgermeister sieht Problem in der erhöhten Formaldehydbelastung - Schärtl: Am Verhalten nichts ...
Schlechte Luft durch neue Schulmöbel

Lokales
Nabburg
25.11.2014
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Der Bürgermeister, zugleich Hausherr in den Gebäuden der Grund- und Mittelschule, sieht durchaus einen möglichen Zusammenhang zwischen dem ungewöhnlichen Schulhausgeruch (wir berichteten) und der Formaldehydausdünstung neuer Möbel. Das geht aus einem Mail hervor, das Stadtoberhaupt Armin Schärtl am Wochenende an Landrat Thomas Ebeling, Schulamtschef Georg Kick, die Regierung der Oberpfalz, das sonderpädagogische Förderzentrum (SPZ) in Nabburg und die Redaktion unserer Zeitung verschickte.

Der erste Verdacht war darauf gefallen, dass die vom Landkreis - in seiner Eigenschaft als Sachaufwandsträger - für die Förderschule beschafften Schulmöbel Formaldehyd ausdünsten. Ein Vertreter der Schulmöbelfirma habe das nicht glaubhaft widerlegen können, denn neue Möbel würden so gut wie immer, aber eben in unterschiedlicher Konzentration Formaldehyd absondern. Schärtl beruft sich auf die Expertise des in der Innenraumschadstoffanalytik tätigen Gutachters Dr. Wolfgang Mehrer, vorgeschlagen vom SPZ.

"Einseitige Dramatisierung"

Er zitierte daraus: "Nachdem Formaldehyd insbesondere auf Schleimhäute (Augen, Atemwege) eine reizende Wirkung ausübt, ist nicht mehr auszuschließen, dass diese beschriebenen Symptome mit einer erhöhten Formaldehydbelastung der Raumluft in Zusammenhang stehen."

Darauf basierend, meint der Bürgermeister in seiner Reaktion: "Und genau diese wird von den neuen Schulmöbeln, welche der Landkreis ohne unser Zutun angeschafft hat, emittiert. Das kam in der Besprechung am 11. 11. ebenso unzweideutig zum Ausdruck, wie die von Dr. Mehrer festgestellte Tatsache, dass nach der Entfernung der Möbel aus den Klassenzimmern die Formaldehydbelastung dort signifikant zurückging". Das veröffentlichte Zitat Dr. Mehrers, wonach er nicht glaube, dass Formaldehyd der Auslöser der Beschwerden sei, bedeute also "das exakte Gegenteil dessen, was dort gesagt wurde". Von einer Krisensitzung in der Schule will der Bürgermeister nicht sprechen. "Es ist eine völlig überzogene, einseitige Dramatisierung der ganzen Geschichte. Richtig ist vielmehr, dass einvernehmlich mit allen Beteiligten verabredet wurde, sobald die Luftraumuntersuchung vorliege, deren Ergebnisse durch Dr. Mehrer erläutern zu lassen. Und genau das ist geschehen", erklärte er.

Schärtl wollte sich deshalb ausdrücklich dagegen verwahren, das Verhalten der Stadt oder der Schule sei dubios. Der Bürgermeister betonte, "dass ich der Letzte bin, der eine für alle verträgliche Lösung des Problems verhindern will".
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