Christine Fischer liest in der Buchhandlung Westiner aus "Entenhaube"
Erinnerungen eines Flüchtlingskinds

Christine Fischer hat mit "Entenhaube: Erinnerungen eines Flüchtlingskindes" ein packendes und bewegendes Buch vorgelegt, in dem sie Zeitgeschichte eng mit ihrer eigenen Biografie verknüpft. Bild: kbw
Lokales
Nabburg
26.06.2015
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Fast zwei Millionen Vertriebene kamen nach dem Kriegsende 1945 nach Bayern, darunter die Familie Müller aus Schlesien mit ihrer noch nicht einmal einen Monat alten Tochter Christine. Über Dresden und Österreich endete ihre Flucht schließlich am 29. Mai in Nabburg.

Christine heißt mittlerweile Fischer, wohnt in Köln Porz, hat 2014 ihre und die Geschichte ihrer Familie niedergeschrieben. Einen Großteil davon nehmen die Erinnerungen an ihre "neue" Heimat Nabburg ein.

Anlässlich eines Klassentreffens des Jahrgangs 1945 bot sich die Gelegenheit einer Lesung aus "Entenhaube", so der Titel ihres über 400-seitigen Werkes, in der Buchhandlung Westiner geradezu an.

Eine stattliche Anzahl von Zuhörern, darunter etliche ehemalige Mitschüler, bekam beeindruckende Einblicke in die Nachkriegszeit im nicht immer ganz so beschaulichen Nabburg vermittelt. Anekdoten, Erinnerungen aus Kindheit und Schule, der völlige Neubeginn einer Familie an einem fremden Ort, ein Alltag mit Lebensmittelkarte, Haushaltspass, verzweifelter Suche nach Arbeit aber auch bewundernswerter Improvisation versetzen in eine Welt voller Entbehrungen, die heute kaum mehr vorstellbar ist. Christine Fischer erzählt ihre Geschichte von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder in Nabburg aus zeitlicher und räumlicher Distanz, eine Zeit, die prägend für Ihr ganzes Leben ist.

Christine Fischer, "Entenhaube", ISBN 978-3-940210-76-0, 15,60 Euro
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