Der "Goldjunge" vom Schulberg

Für Normalsterbliche ist das Chinesisch, für Mathematiker eine binomische Formel. Benedikt Fröhlich schüttelt so etwas aus dem Ärmel. Kein Wunder, hat er doch bei der Bundesrunde der Mathe-Olympiade in Cottbus Gold erhalten - als bester Neuntklässler. Bild: Dobler
Lokales
Nabburg
25.06.2015
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Wenn er nicht gerade als Mathematiker brilliert, ist er ein knallharter Mafioso. Zumindest im Rollenspiel. "Mafia spielen wir dauernd", sagt Benedikt Fröhlich und lächelt, wenn er an die Treffen mit den anderen jungen Mathe-Genies denkt. Von einem dieser Seminare ist er nun hochdekoriert wiedergekommen.

Der 15-Jährige ist einer der Vorzeigeschüler des Nabburger Gymnasiums. Nicht erst, seit er in Cottbus mit Gold dekoriert wurde - als bester Mathematiker seiner Jahrgangsstufe, der neunten. "Benedikt hat uns schon häufiger mit seinen Leistungen beglückt, die weit über das Normale hinausgehen", macht Schulleiter Franz-Xaver Huber aus seiner Begeisterung kein Hehl.

Immerhin kommt es nicht alle Tage vor, dass ein oberpfälzischer Gymnasiast bei der deutschen Mathe-Olympiade ganz oben anlangt. Wobei - Silber hat der junge Wölsendorfer schon erreicht. Das war im letzten Jahr. Aber das Gold jetzt, das ist schon nochmal ein Quantensprung. Kein Wunder also, dass bei der Pressekonferenz neben dem Schulleiter und seiner Stellvertreterin gleich zwei Mathe-Lehrer dabei sind, um den hoffnungsfrohen Nachwuchs ins rechte Licht zu rücken.

Dem scheint das gar nicht so recht zu sein, derart im Mittelpunkt des Interesses zu stehen. Aber als er dann zu erzählen beginnt, wie es denn war in Cottbus, wo die rund 200 besten Mathe-Schüler aus ganz Deutschland zwei Tage lang ihre Köpfe rauchen ließen, um die schwierigen Prüfungen zu lösen, kommt er doch in Fahrt.

"Das waren alles Aufgaben ohne Lösungsweg", erzählt Benedikt. Also nichts, was man schon je in der Schule geübt hätte. Und einen Taschenrechner durfte man auch nicht nehmen. "Denn da ging es mehr um das Problem lösen." Am Ende hat der 15-Jährige fast alles richtig gemacht und 37 von 40 möglichen Punkten erhalten. Vielleicht lag's am Studentenfutter, das er nebenbei gegessen hat. Es heißt ja, Nüsse seien Gehirnnahrung. Auf jeden Fall war Benedikt am zweiten Prüfungstag schon früh fertig mit den Aufgaben. Und dann? "Dann bin ich sitzen geblieben, denn wir hatten vorher ausgemacht, kein Bayer geht vor dreieinhalb Stunden." Das war keine Schrulle, sondern das Wissen darum, dass einem immer noch etwas Gutes einfallen kann, auch wenn man schon fertig ist.

Vielleicht darf der junge Superrechner auch zur internationalen Mathe-Olympiade nach Hong Kong. Eines ist gewiss: Auch dort werden sich Nachwuchsstars der Mathe-Szene mit ihrem Lieblingsspiel die Zeit vertreiben.
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