Die 1,0 ist heuer männlich

Die Ehrengäste freuen sich mit den Schulbesten Johannes Eckl, Benedikt Schmidl und Simon Merkl (vorne, Zweiter, Dritter und Vierter von links).
Lokales
Nabburg
26.06.2015
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Für 88 Abiturienten war am Freitag, 26. Juni, das "Halligalli" am Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium vorbei. Es geht jetzt an Uni, im Beruf oder im Ausland weiter. Ungewohntes gab es noch bis zum Schluss.

Unter den ersten Drei mit der Traummnote 1,0 ist heuer keine Abiturientin. Als Schulbeste wurden Benedikt Schmidl, Simon Merkl und Johannes Eckl geehrt. Obwohl unter den "Top 15" - nach den Worten von Oberstudiendirektor Franz Xaver Huber "schön ausgeglichen" - sieben Damen und acht Herren sind. Mit Magdalena Kuttenberger hat allerdings erstmals eine 16-Jährige am Nabburger Gymnasium ihr Abitur "gebaut".

Huber sprach von einem sympathischen und angenehmen Jahrgang, dem es an Entspanntheit nicht gefehlt habe. "Mit der bayerischen Ruhe und dem Grundsatz 'Jetzt macht's mal koan so an Stress!' haben Sie Ihre Aufgaben stets gemeistert." An die Mär vom völlig ausgepowerten Gymnasiaten glaubt der Schulleiter aus eigener Anschauung, wie er versicherte, sowieso nicht. Allerdings verhehlte er nicht, dass man sich auch anstrengen müsse.

Durchaus kritisch sieht er soziale Netzwerke, dafür stellt er soziales Engagement umso lieber heraus. Er lobte die Schüler, die sich im Theater, in der Bigband, als Schulsanitäter oder auch als Schülersprecher engagieren. Stellvertretend für alle nannte er namentlich Adrian Hölzl, der zusammen mit einem Lehrer die Hompage der Schule neu gestaltet habe. "Seinen" Abiturienten gab Huber mit auf die neue Lebens-Laufbahn: "Bleibt euch selbst treu und lasst euch nicht verbiegen."

Der stellvertretende Landrat Arnold Kimmerl verglich die Zeit bis zum Abitur mit einem 5000-Meter-Lauf. Jetzt, am Ziel, könnten die jungen Leute durchatmen für die nächste Herausforderung. Ebenso wie der Bundesabgeordnete Karl Holmeier forderte er die 88 auf, wieder in die Heimat zurückzukehren. "Die Welt wartet auf Sie", sagte Holmeier angesichts der sich bietenden Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Abitur heiße heute nicht mehr, dass die jungen Leute für die Region verloren seien. Es gebe hier hochqualifizierte Arbeitsplätze. Bürgermeister Armin Schärtl gratulierte mit einem Zitat, das er aus dem Lateinischen frei ins Oberpfälzische übersetzte. Elternbeiratsvorsitzender Dr. Anton Wiedemann nannte das Abitur eine Eintrittskarte in die Zukunft, die ein riesiges Theater sei, in dem die Sitzplätze allerdings nicht reserviert seien. Die Karten würden neu gemischt. Abturient Benedikt Schmidl ließ die acht Schuljahre kurz Revue passieren und blickte abschließend mit Hermann Hesse nach vorn: "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne." Für Oberstufenkoordinator Franz Ziegler war es die letzte Abiturfeier. Er geht Ende Juli in Ruhestand. Die Bigband sorgte, wie gewohnt, für die passende Musik.
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