Die Musik als Botschafterin

Lokales
Nabburg
18.09.2015
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"Was wär das Leben ohne Blasmusik?" Joseph Ferstl, der Vorsitzende der Jugendblaskapelle, überreichte beim Gemeinschaftskonzert im Kulturzentrum der Partnerstadt Castillon la Bataille diese Polka an den gastgebenden Musikverein "Orchestere d'Harmonie du Pays Castillonnais".

Zu einer kleinen Konzertreise war die Kapelle in die französische Partnerstadt aufgebrochen. Der Besuch galt auch der Vertiefung bestehender Kontakte, die bei der ersten Reise der Musiker in das Nachbarland 1991 geknüpft und bei den Besuchen 1994 und 2004 vertieft worden waren. Bei Ausflügen standen das Land, dessen Kultur und ein Bad im Atlantik auf dem Programm. Wenn sich auch das Gespräch mit den Gastgebern nicht ganz einfach gestaltete, so überwanden die Oberpfälzer mit ihrer Musik letztlich alle Hindernisse.

Einen wertvollen Beitrag zu einer lebendigen Partnerschaft zwischen den Städten Nabburg und Castillon leistete die Jugendblaskapelle. Eine Woche lang bauten sie mit ihrer Musik weiter am gemeinsamen Haus Europa. Überwältigend war das Herzliche, welches die Gäste bei jeder Gelegenheit zu spüren bekamen. Herzlich auch der Empfang für die Formation nach der anstrengenden Reise in den Süden Frankreichs.

Ein Abend wie zuhause

Als "Stärkung" nach der langen Anreise hatten die französischen Freunde einen "Willkommenstrunk" vorbereitet. In Castillon begann der erste Besuchstag mit vier Standkonzerten auf dem Wochenmarkt. Der Auftritt der Bläser aus Nabburg war gleichzeitig als Werbeaktion für den großen Konzertabend am Mittwoch gedacht. Bereits nach wenigen Takten war das Ensemble jeweils von Menschentrauben umsäumt, die begeistert applaudierten. Überwältigenden Zuspruch erhielten die Nabburger auch auf ihre Einladung zu einem Bayerischen Abend auf dem Bungalow-Gelände. In Tracht gekleidet, spielten sie bodenständige Blasmusik. Als Schmankerl aus der Oberpfalz wurden Geräuchertes, Holzofenbrot, Presssack, Streichwurst, Obatzter sowie Krautsalat gereicht und Oberpfälzer Bier ausgeschenkt.

Den Atlantik wollten am nächsten die "Landratten" erleben; sie steuerten auch die größte Wanderdüne Europas, die "Pyla", an. Wenn schon am Meer, so wagten sich alle bei 18 Grad in die frische See. An zwei anderen Tagen standen Ausflüge auf dem Plan. Das Weingut Monbazillian und die Altstadt von Bergerac zu besichtigen sowie durch die engen Gassen des berühmten Weinortes St. Emilion zu schlendern und die hohen Preise erlesener Weine zu studieren, gehörte ebenso zum Programm wie die Einkehr im dortigen Klostergarten.

Beifall für Konzertabend

Im Mittelpunkt des Aufenthaltes stand für die 51 Musiker unter der Stabführung von Markus Ferstl das gemeinsame Konzert mit dem "Orchestere d'Harmonie" im Kulturzentrum von Castillon. Dabei spielten sich die Nabburger in die Herzen der Zuhörer, unter ihnen auch Bürgermeister Jacques Breillat. Auf Wunsch der Gastgeber wurde der Marsch "In Harmonie vereint" einstudiert, ein Gastgeschenk der Nabburger aus dem Jahr 2004. Wie nicht anders zu erwarten, klappte das Zusammenspiel der beiden Orchester hervorragend. Wie gut die Jugendblaskapelle mit ihrer Musik in Castillon angekommen war, zeigte sich im Kulturzentrum am Besuch, über 300 Gäste drängten sich in den Saal.

Im ersten Teil des Abends gaben die Instrumentalisten von "Orchestere d'Harmonie" einen Einblick mit sechs Stücken in ihr Repertoire. Den zweiten Programmteil gestalteten die Nabburger souverän mit ihrem Dirigenten Markus Ferstl. Danach verabschiedete sich das deutsch-französische Gesamtorchester mit seinen 80 Aktiven von einem begeisterten Publikum mit der "Europahymne".

"Es waren die Noten, die uns zu einer harmonischen Einheit werden ließen", formulierte Vorsitzender Joseph Ferstl. Er überreichte als Erinnerungsgabe die Polka "Was wär das Leben ohne Blasmusik". Von Seiten der Gastgeber drückte Alain Goumaud, Präsident des "Orchestere d'Harmonie", seine Freude über das Gehörte aus: "Das war fantastisch". Beim "Ehrenwein" der Stadt bedankte sich Ferstl für die herzliche Gastfreundschaft, die er bereits zum vierten Mal erleben durfte. Präsente erhielten Bürgermeister Jacques Breillat, der Präsident des Partnerschaftsverein Vartan Bardis sowie die beiden Gruppenbetreuer. Das Stadtoberhaupt ehrte die Jugendblaskapelle mit der "Medaille der Stadt" und bezeichnete es als "großes Glück, solche Freunde zu haben".
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