Donnergrollen im Nacken

Wettermäßig war das Aufstellen des Kirwabaums heuer eine Zitterpartie. Doch die Kirwaburschen gewannen den Wettlauf gegen den Wolkenbruch. Bild: aub
Lokales
Nabburg
28.06.2015
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Zwischen wetterbedingtem Bangen und Hoffen begann die Perschener Kirwa nach alter Tradition mit dem Aufstellen des Baumes, Musik und Tanz. Heuer standen erstmals die "Diendorfer Kirwaleit" auf der Bühne.

(aub) Für sie als Fußballer nach dem Spiel obligatorisch, aber auf die von Petrus spendierte Dusche hätten die "Diendorfer Kirwaleit" nach getaner Arbeit in Perschen gerne verzichtet. Doch der Reihe nach: Nach sonnigem Nachmittag ging dem Kirwazug am Abend schon der erste kräftige Schauer voraus. Davon unbeeindruckt machte sich das Pferdegespann mit dem Baum auf zum Festplatz - voran die Jugendblaskapelle und gefolgt von etwa 30 strammen Kirwaburschen.

Eine Premiere

Für sie war das Aufstellen in Perschen heuer Premiere. Im Wechsel mit dem Kirwaverein Pfreimd liegt es ihnen zusammen mit dem Freilandmuseum am Herzen und sichtlich im Blut, an einem der urigsten Kirwaplätze der Oberpfalz diese Tradition zu erhalten und aktiv zu pflegen. Zum einen den 23 Meter langen, in den Museumsfarben geschmückten Baum noch zu Füßen und zum anderen aber heranziehende Gewitterwolken im Nacken, machte sich die eingeschworene Truppe unter den Kommandos von Christian Beer tatkräftig ans Werk. Viel zu sagen gab es nicht, die Handgriffe saßen noch, hatte man doch erst vor zwei Wochen den eigenen Baum "dahoam" aufgerichtet - da allerdings bei perfektem Wetter.

Der erlösende Ruf

Jetzt galt es die zeitliche Herausforderung gegen immer schwärzer werdende Wolken anzunehmen. Die Abstände zwischen Donnergrollen und dem Rutschen und Knarzen der "Schwalben" unter der Kraft der Burschen wurden immer kürzer. An Pausen nicht mehr zu denken! Erste Blitze und Regen, als nur noch Zentimeter fehlten. Schließlich der erlösende Schrei: "Baum steht" - und das nur Sekunden vor dem Wolkenbruch.

Zwar blieb den Kirwaburschen anschließend der triumphale Einzug in den Edelmannshof des Regens wegen verwehrt, umso mehr Applaus ernteten sie aber in Begleitung ihrer feschen Kirwamadeln mit dem Tanz auf der Tenne. Die Sternpolka als Auftakt, dann ein Zwiefacher und anschließend ein Schuhplattl-Herrensolo heizte die Kirwa-Stimmung im eng besetzten Stadel so richtig an und weckte bei den Zuschauern Lust, zum Takt der Sulzbacher Musikanten selbst das Tanzbein zu schwingen. Da mochte es draußen weiter regnen, donnern und blitzen: "Wer hod Kirwa, mir ham Kirwa"!
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