Drei Jahrzehnte für die Krabbler

Hubert Fleischmann hielt die Festrede zum 30-jährigen Bestehen des Ameisenschutzvereins Hirschberg. Zum Jubiläum ist im Zehentstadel eine Ausstellung "Ameisen unserer Heimat" zu sehen. Bild: aub
Lokales
Nabburg
24.09.2015
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An Gesamtmasse und "Talenten" sind die acht Millimeter großen Winzlinge der Menschheit auf Erden weit überlegen. An aktiver Freundschaft zu ihnen fast unübertrefflich ist der Ameisenschutzverein Hirschberg. Mit der Ausstellung "Ameisen unserer Heimat" feiert er nun sein 30-jähriges Bestehen.

Weil das Bayerische Infozentrum für Ameisenkunde als Herzstück des nunmehr drei Jahrzehnte jungen Vereins seit etwa zehn Jahren im Zehentstadel beheimatet ist und dort mit großem Engagement vom ortsansässigen Vorsitzenden Hubert Fleischmann betreut wird, fand die Jahrestagung der deutschen Ameisenschutzwarte heuer in Nabburg statt.

"Er hat sich mit Haut und Haar den kleinen Krabblern verschrieben", würdigte Christa Haubelt-Schlosser zur Ausstellungseröffnung am Schluss des Treffens Fleischmanns unermüdlichen Einsatz. Auch mit dem "Staatsbesuch im Stadtmuseum" versinnbildlicht sich wieder mehr denn je seine Intention, speziell dem jüngerem Publikum näher zu bringen, wie unsere kleinen, agilen Mitbewohner wirklich sind: in ihren weit verzweigten "Unterwelten" perfekt organisiert und darüber hinaus "überirdisch" intelligent.

Mittlerweile 650 Mitglieder

In Grußworten hoben die Stellvertreter des Landrats, Joachim Hanisch, und des Bürgermeisters, Kurt Koppmann, sowie der Vorsitzende der Ameisenschutzwarte Bayern, Franz Bürger, unisono den Einsatz des Vorstandes und seiner 650 Vereinsmitglieder hervor: Jährlich werden mehrere Hundert Völker durch Umsiedlung der Nester vor Baumaßnahmen gerettet, durch Lehrgänge fördern sie landesweit viele Schutzprojekte, und in Natur-Führungen sollen die Bedeutung der Insekten im Ökosystem Wald oder Garten veranschaulicht sowie manch rein negativ geprägtes Image korrigiert werden.

"Bereits vor 200 Jahren, am 17. August 1798, erließ der Vice-Präsident der churfürstlichen Oberpfälzer Hofkammer zu Amberg, Sigmund Graf von Kreith, ein Verbot, Waldameisennester zu zerstören. Dieser Erlass aus dem dortigen Staatsarchiv ist die älteste Schutzbestimmung für Ameisen", hob Hubert Fleischmann in seiner Festrede hervor. Ungeachtet dessen leben heute nur noch etwa 90 Arten in Bayern. "Aus diesem Grund ist es wichtig, vor allem unseren Kindern für die Zukunft zu zeigen, welch faszinierende Lebewesen unsere Ameisen sind!"

Dies verdeutlicht eine Auswahl gezeichneter Ameisen-"Porträts" aus dem Nachlass des 1996 verstorbenen Professors Dr. Karl Gößwald. Er ließ durch Künstlerhand zigfach vergrößerte, detailgetreue Zeichnungen anfertigen, die nun erstmals zu sehen sind - noch bis 1. November im Stadtmuseum Zehentstadel, geöffnet Dienstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr.
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