Ehrenamtlich für die Heimat

Lokales
Nabburg
07.09.2015
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13 Vereine nahmen am Freitag Abschied von dem im Alter von 93 Jahren verstorbenen Max Landgraf. In mehreren war er Ehrenmitglied, den Feuerschützen hatte er sogar zur Renaissance ihres Vereinsnamens verholfen.

Im Trauergottesdienst in der Stadtpfarrkirche skizzierte Pfarrerin Heidi Gentzwein den Lebensweg des nun Verstorbenen, der am 20. November 1921 in Schirnding begonnen hatte. Der in einfachen Verhältnissen aufgewachsene Max Landgraf erlernte bei Konserven Ziegler in Nabburg den Beruf des Einzelhandelskaufmanns, bevor der Kriegseinsatz bei der Marine auf ihn zukam. Im August 1944 heiratete er seine Ehefrau Marianne, die er im Elsass kennengelernt hatte. Nach langen, arbeitsreichen Jahren bei den Firmen Bauer und Nützel machte er sich mit 60 noch selbstständig: Als Inhaber des Sport- und Spielwarengeschäftes mit Angel- und Jagdbedarf Am Mähntor hielt Max Landgraf engen Kontakt zu den Vereinen.

Für sie alle sprach Stadtrat Karl Beer einen Nachruf. "Wer den Max als Vereinsmitglied in seinen Reihen hatte, brauchte nie lange zu betteln, wenn es darum ging, Ideen zu verwirklichen und in die Tat umzusetzen", betonte er. Die wohl aufwändigste und intensivste Arbeit leistete er im Schützenwesen. Bereits 1937 trat Max Landgraf den Nabburger Schützen bei, war dann lange Zeit erster und zweiter Schützenmeister. Während dieser Zeit forschte er rund zehn Jahre im Archiv des Bayerischen Innenministeriums nach dem ursprünglichen Vereinsnamen - mit dem Erfolg, dass aus den Nabburger "Tell-Schützen" wieder die Königlich-Privilegierte Feuerschützengesellschaft wurde. Er schuf ferner die Grundlagen für den Neubau des Schützenheims. Bereits 1980 wurde er zum Ehrenschützenmeister ernannt. Bei den "Schloßschützen" Neusath leitete er 1955 die Gründungsversammlung und trat ihnen 1978 bei. Der Bürgerverein durfte seit 1974 auf seine Mitarbeit zählen. Ähnlich engagierte er sich über mehrere Jahrzehnte in der Vorstandschaft der Gebietsverkehrswacht Nabburg und beim VdK; am Herzen lag ihm die Förderung des Forums. Dem TV 1880 Nabburg schloss er sich bereits 1928 an, dem Sportverein Diendorf 1974. Als naturverbundener Mensch war es für Max Landgraf vor genau 50 Jahren eine Selbstverständlichkeit, zum OWV zu gehen. Der Soldaten- und Kriegerkameradschaft (76 Jahre), der Wasserwacht (68 Jahre), dem Sportanglerverein (38 Jahre) und den Lederern (30 Jahre) hielt er ebenso gerne die Treue. Mit Blumenschalen und -gebinden brachten die Vereine am offenen Grab auf dem Stadtfriedhof ihre Dankbarkeit zum Ausdruck.

Zusammen mit den vier Söhnen, drei Enkeln und der Urenkelin verabschiedete sich auch die NT-Redaktion, mit der er als Hausherr immer gute Kontakte pflegte, von Max Landgraf. Seine Frau war ihm im Februar 2012 im Tod voraus gegangen.
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